SSB: Weitere Zusammenarbeit mit dem Dezernenten kaum möglich

Pressemitteilung des Stadtsportbundes Bonn vom 10.12.2014

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Weitere Zusammenarbeit mit dem Dezernenten kaum möglich
SSB unterstützt den Protest der Fördervereine der Stadtteilbibliotheken

Für den Stadtsportbund Bonn ist eine weitere konstruktive Zusammenarbeit mit dem Sport- und Kulturdezernenten Martin Schumacher nur noch schwer vorstellbar. „Herr Schumacher will offenbar nicht verstehen, dass die Einführung einer Sportstättennutzungsgebühr mit dem Stadtsportbund nicht verhandelbar ist. Genau das hatte er 2011 bei seiner Amtsübernahme bereits vorgehabt, er ist dann aber am erbitterten Widerstand des Bonner Sports gescheitert. Wenn er dies jetzt wieder fordert, hat er seitdem aus diesem Vorgang offenbar nichts gelernt“, sagt SSB-Vorsitzender Michael Scharf. „Angesichts dieser Tatsache müssen wir davon ausgehen, dass er wie damals auch weiterhin die These vertritt, dass Sport ausschließlich Privatsache der Bürger sei und von der Stadt nicht gefördert werden müsse. Mit einer solchen Einstellung aber disqualifiziert er sich in höchstem Maße als Verantwortlicher für den Sport in der Stadt Bonn.“

Aus diesem Grund bittet der SSB die politisch Verantwortlichen und Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, im Rahmen der ohnehin vorgesehenen Neustrukturierung der Dezernate den Bereich Sport aus dem Verantwortungsbereich des Kulturdezernenten zu lösen. „Der Sport war in Bonn immer ein ungeliebtes Anhängsel bei den jeweiligen Kulturdezernenten, die stets aufgrund ihrer Kulturaffinität ausgesucht wurden. Das war bei Jochem von Uslar-Gleichen und bei Ludwig Krapf so, und das war jetzt bei Martin Schumacher nicht anders. Es wird Zeit, das zu ändern“, so Scharf.

Der Stadtsportbund kritisiert auch, dass Schumacher weiterhin vier Bäder in Bonn schließen will, obwohl Stadtsportbund und Politik diese Pläne deutlich ablehnen. Dabei geht Schumacher nicht mit einem Wort auf die Angebote der Bonner Schwimmvereine ein, durch Übernahme der Betriebsführung hohe sechsstellige Beträge jährlich einzusparen. Scharf: „Schumacher ist offenbar beratungsresistent und will einfach seine Vorstellungen durchsetzen.“

Verwundert ist der SSB auch über die von Sportamtsleiter Martin Herkt angestellte Überlegung, ob Vereine in Bonn mit zwischen 100 und 200 Mitgliedern auf Dauer überlebensfähig seien. 80 Prozent unserer 80.000 Vereinsmitglieder gehören in Bonn Vereinen dieser Größe an. Der SSB fragt sich, ob die Stadt künftig durch die gezielte Schließung von Sporthallen und –plätzen in die Vereinsstrukturen eingreifen will. Schließlich ist die Vereinsvielfalt in Bonn mit ihren gewachsenen Strukturen auch in den kleinen Ortsteilen am Rande der Stadt besonders liebenswert. Auch diese Vereine leisten Immenses für das soziale Miteinander in der Stadt und die Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund

„Schumacher sucht offenbar mit viel Energie nach Möglichkeiten, wie er im Sport Geld einsparen kann. Der SSB wäre froh, wenn sich Schumacher genauso viel Zeit nehmen würde bei der Suche, wie in der Bonner Kultur gespart werden kann. Der Stadtsportbund und viele Bonner Bürger würden ihn da gerne mit vielen guten Vorschlägen unterstützen“, sagt Michael Scharf.

Im Übrigen verfolgt der SSB mit großem Interesse die Diskussionen über die angestrebten Schließungen der Stadtteilbibliotheken. „Wir unterstützen ausdrücklich die Bemühungen der verschiedenen Fördervereine auf Beibehaltung der dezentralen Standorte. Wir erkennen darin große Parallelen zu den Plänen der Stadt, in großer Zahl Schwimmbäder zu schließen und Sportstättennutzungsgebühren für Vereine einzuführen. In allen Fällen trifft es vor allem Kinder, Jugendliche und ältere Mitbürger. Wir aber wollen eine Stadt, die Geld für die Erziehungs- und Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche einsetzt und sich für das soziale Miteinander und die Gesundheitserhaltung für ältere Bürger engagiert. Die Bonner Verwaltung und die Parteien müssen umdenken und die Prioritäten auf mehr soziales Miteinander legen“, sagt der SSB-Vorsitzende.

PM der Bibliotheksfördervereine: Icon of PM Mahnwachen Stadtteilbibliotheken PM Mahnwachen Stadtteilbibliotheken (30.7 KiB)

6 comments on “SSB: Weitere Zusammenarbeit mit dem Dezernenten kaum möglich
  1. „Wir unterstützen ausdrücklich die Bemühungen der verschiedenen Fördervereine auf Beibehaltung der dezentralen Standorte. Wir erkennen
    darin große Parallelen zu den Plänen der Stadt, in großer Zahl
    Schwimmbäder zu schließen und Sportstättennutzungsgebühren für Vereine
    einzuführen. In allen Fällen trifft es vor allem Kinder, Jugendliche und
    ältere Mitbürger. Wir aber wollen eine Stadt, die Geld für die
    Erziehungs- und Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche einsetzt und
    sich für das soziale Miteinander und die Gesundheitserhaltung für ältere
    Bürger engagiert. Die Bonner Verwaltung und die Parteien müssen
    umdenken und die Prioritäten auf mehr soziales Miteinander legen“

  2. Leider wird der oben anstehende Kommentar weder in der heutigen Ausgabe des General Anzeigers noch in Radio Bonn Rhein Sieg erwähnt. Diese gehen nur auf die Meinungsverschiedenheit zum Dezernenten in Sachen Sportstättennutzungsgebühr ein. Von daher wäre es mir wichtig, dass wir gerade die Gefahr der Zerstörung und Zerschlagung von regionalen, stadtteilbezogenen Einrichtungen und Initiativen sehen und in der Diskussion, um die Zukunft der Stadt kommunizieren. Michael Scharf

  3. Liebe Bürger dieser Stadt,
    liebe Sportlerinnen und Sportler,
    liebe Vereinsvertreter,

    was sich unser “Sport- und Kulturdezernent”, Herr Martin Schumacher, hier mal wieder leistet, spottet jeder Beschreibung. Der Mann hat komplett sein Amt verfehlt und ist, insbesondere für uns Sportler, einfach nicht mehr tragbar. Dieser Mann muss weg, und das ganz schnell. Eine solch einseitige Amtsführung zu Gunsten der Hochkultur, ist nicht mehr hinzunehmen. Dieser Mann ist beratungsresistent und hat nichts, aber auch gar nichts in den letzten drei Jahren dazugelernt.

    Da die Verwaltung ja selbst vorgeschlagen hat, auf eine Dezernenten-Stelle zu verzichten, ist unser Herr Martin Schuhmacher genau der richtige Kandidat. Wenn nicht Herr Schumacher, wer dann?

    Mein Sparvorschlag : Herr Schumacher weg, Oper und das Kunstmuseum schließen, Vertrag mit Dr. Berg (Kunstmuseum) auflösen und Bonn spart viele, viele Millionen. Die Sparte “Theater & Schauspiel” zentral komplett ins Opernhaus unterbringen, und fertig. Dann bräuchte keine Bücherei geschlossen, der OGS-Beitrag nicht gekürzt, Schwimmbäder – und andere Sportanlagen nicht geschlossen werden.

    Was sich unsere Politiker hier leisten, ist an Unverantwortlichkeit und Feigheit nicht mehr zu überbieten. Alle Parteien halten an einem Luxusgut (Oper) fest, obwohl die Oper Millionen verschlingt. Und dies, obwohl es in unmittelbarer Nähe (Köln) eine Oper gibt. Warum ist es anderen Kultur-Interessierten zuzumuten in andere Städte zu reisen, z.B. viele Menschen fahren nach Essen um sich das Musical “Starlight-Express” anzuschauen, ganze Familien fahren gar bis nach Hamburg um “König der Löwen” oder das “Phantom der Oper” zu sehen, andere fahren nach Berlin um sich dort div. Musicals anzusehen.

    Warum in Gottes Namen ist es einem Opernliebhaber aus Bonn und Umgebung nicht zuzumuten bis nach Köln, Düsseldorf oder Aachen in die Oper zu fahren und so einen enormen Sparbeitrag für die Stadt Bonn und seine Bürger zu leisten????
    Warum, liebe Politiker / Ratsmitglieder aller Parteien, habt Ihr allesamt nicht den Mumm, hier einmal in Eurem Politikerleben eine mutige und verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen ???? Denn Ihr seid die sogenannten “Vertreter der Bonner Bürger”, und die wollen mehrheitlich eine andere Sparpolitik. Wenn ihr es nicht glaubt, dann habt den Mut und macht einen Bürgerentscheid. Aber auch dazu fehlt Euch der Mumm !!!!

    Ich wünsche allen Bonnern Ratsmitgliedern eine besinnliche und ruhige Weihnachtszeit, in der Hoffnung, dass Sie in diesen Tagen Zeit und den Mut finden, bei diesen enormen Schulden auch auf div. Luxusgüter zu verzichten. Denn den Bonner Bürgern weiterhin jährlich 87 Millionen Zins- und Tilgungsleistung und mehr zuzumuten, kann nicht richtig sein.

  4. Pingback: Linkliste zur Schließung Bonner Stadtteilbibliotheken #BibliothekenRetten #Bonn | Bibliothekarisch.de

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