SSB: Die Stadt ist ein Meister im Zurückhalten von Zahlen

Pressemitteilung des Stadtsportbundes Bonn vom 10.11.2014
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Stadtsportbund empfiehlt Bürgern den Faktencheck im Internet

Der Stadtsportbund Bonn (SSB) weist die Behauptung von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, in Bonn könne der Bürger auf XXL-Format schwimmen, erneut mit Nachdruck zurück. „Der Oberbürgermeister ist offenbar auch ein Meister im Zurückhalten von Zahlen. Denn wenn er behauptet, Bonn besitze mit neun öffentlichen Bädern und dem Sportpark Nord bei 320.000 Einwohnern etwa im Vergleich zur Millionenstadt Köln (13 Bäder) überproportional viel Wasserfläche, so ist das nur die halbe Wahrheit“, sagt SSB-Vorsitzender Michael Scharf. „Er vergisst nämlich zu erwähnen, dass es in Köln neben den städtischen allein sechs sogenannte Erlebnisbäder sowie weitere durch private Investoren betriebene Bäder gibt. Und auch die Kölner Seen mit ihren Bademöglichkeiten sollte man nicht vergessen“, so Scharf. „Der Unterschied ist eben, dass der Bonner Bürger auf die städtischen Bäder angewiesen ist.“

Der SSB empfiehlt allen Bonner Bürgern, die sich selbst ein Bild vom „Bonner Bäderstreit“ machen wollen, einen Faktencheck im Internet. Wer „Schwimmbäder Köln“ googlet, findet etwa unter „ab-ins-Schwimmbad.de“ oder „schwimmbadcheck“ 26 bzw. 24 Schwimmbäder im Stadtgebiet von Köln.

Besonders auffällig ist in Köln dabei die große Anzahl von Hallen- und Kombibädern, mit der die Stadt sicherstellen kann, dass die Schulen ihren Schwimmunterricht abhalten können. In Bonn gibt es dagegen besonders wenige Hallenbäder, wie die Untersuchung aus dem Jahr 2012 des Schwimmverbandes NRW ergab. Während danach im Landedurchschnitt 37.572 Einwohner auf ein Hallenschwimmbad kommen, sind es in Bonn mit 65.583 fast doppelt so viele. Nimmt man Hallen- und Freibäder zusammen, kommen in Bonn 32.901 Einwohner auf ein Schwimmbad, im NRW-Schnitt sind es 22.088 Bürger.

Angesichts dieser Zahlen bittet der Stadtsportbund die Bonner Politiker aller Parteien, am Donnerstag auf der nächsten Sitzung des Stadtrats nicht vorschnell das zur Abstimmung von der Verwaltung vorgeschlagene Stilllegungspaket von vier Bädern zu beschließen. „Der Sport in Bonn hat immer deutlich gemacht, dass er für die Weiterentwicklung der Stadt Verantwortung übernehmen will. Das gilt weiterhin und jetzt in besonderem Maße für die Schwimmbäder in Bonn. Wir erwarten dabei aber auch, dass die Stadt endlich unsere zum Teil seit vielen Jahren auf dem Tisch liegenden Einsparvorschläge in ihre Überlegungen einbezieht“, sagt Michael Scharf.

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