Katerstimmung zum Jubiläum

Vor vier Jahren gab Pro Sportstadt Bonn ihr erstes Lebenszeichen
Eine Rückschau

Am 9. Februar 2012 veröffentlichte die frisch gegründete Vereinsinitiative Pro Sportstadt Bonn ihre erste Pressemitteilung (Icon of PSB-Presse01 PSB-Presse01 (546.7 KiB)).

Die PSB fordert von Politik und Verwaltung ein grundlegendes Umdenken und eine bessere Unterstützung der Sportvereine in Bonn – gemeinnützige Vereine, die weitgehend vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitglieder leben. Hier wird gesellschaftliche Arbeit geleistet, ohne dass (im Gegensatz etwa zur offiziellen Kultur) hierfür Personalkosten von der Stadt an die Sportvereine bezahlt werden, um die notwendigen Strukturen zu ermöglichen. Deshalb muss – erst recht in kommunalen Sparzeiten – ein Umdenken nach dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ stattfinden.

Innerhalb kürzester Zeit schloss sich die Mehrheit der Bonner Sportvereine der Vereinsinitiative an, um den Bonner Sport voranzubringen und dafür zu sorgen, dass dem Sport wieder die notwendige Wertschätzung zukommt, sowohl politischer Art als auch von Verwaltungsseite. Dazu wurden 10 Forderungen aufgestellt, an deren Umsetzung die Sportvereine sofort tatkräftig mitwirkten.

In Arbeitskreisen wurden verschiedene Themen beleuchtet, von der Kunstrasenthematik über vereinseigene Anlagen bis zu einer Neufassung der Sportförderrichtlinie. Diese konnte dann schon nach einem halben Jahr im Sportausschuss verbschiedet werden.

Viele werden sich noch an die große Sportlerdemo erinnern, die im November 2012 durch die Bonner Innenstadt zog. Auf der Abschlusskundgebung fand LSB-Vize Christoph Niessen die richtigen Worte, die heute nicht aktueller sein könnten:

Kein anderer gesellschaftlicher Bereich verfügt über ein so dichtes Netz von Vereinen und so viele ehrenamtlich engagierte Menschen wie der Sport. Sie haben also jedes Recht, mehr politische Unterstützung und eine angemessene finanzielle Förderung durch die Kommunen und das Land zu verlangen.

Denn Sportvereine leisten weit mehr, als Sport zu organisieren.

Sportvereine vermitteln Werte wie Fair Play, Toleranz und Teamgeist,
Sportvereine fördern sinnvolle Leistungsorientierung unter Einhaltung klarer Regeln,
Sportvereine tragen zum Zusammenhalt der Menschen bei. Sie sind Orte der Gemeinsamkeit, nicht nur für Kinder, sondern auch für wachsende Zahl älterer Menschen.
Und: Sportvereine leisten einen hohen Beitrag zur Entlastung der öffentlichen Finanzen. Sie bringen ehrenamtliche Arbeit im Wert von vielen Millionen Euro ein. Sie übernehmen den Schlüsseldienst und die Reinigung von öffentlichen Sportstätten bis hin zur vollständigen Übernahme von öffentlichen Sportstätten.

Die Ministerpräsidentin des Landes NRW sagt immer: Wir müssen präventiv mehr in eine gute Entwicklung unserer Gesellschaft investieren, statt hinterher viel Geld für gesellschaftliche Probleme auszugeben. Da kann man der Politik nur sagen: Dann investieren Sie in den Sport und seine Vereine. Denn genau hier wird diese präventive Arbeit geleistet.

Gut ein Jahr nach der PSB-Gründung bildete sich aus PSB-Sprechern und weiteren engagierten Mitstreitern der neue Vorstand des Stadtsportbundes Bonn. Nahtlos wurde dort die Arbeit fortgesetzt. Aus dem 10-Punkte-Plan wurde der 7-Punkte-Plan des SSB mit der Vision 2030.

Pro Sportstadt Bonn wurde jedoch nicht aufgelöst, sondern lebte auf Wunsch der Mitglieder weiter:

Michael Scharf fasste es dann zusammen: Alle Aktivitäten von Pro Sportstadt Bonn ruhen. Die Konzepte von Pro Sportstadt Bonn werden im Stadtsportbund weitergeführt, natürlich auch personell. Der Begriff Pro Sportstadt Bonn wird u.a. in der Vision 2030 weiterleben. Der Internetauftritt der PSB wird unter dem Dach des SSB als freie Diskussions- und Informationsplattform weitergeführt.

Weitere Projekte waren das “Bonner Sportforum“, das 2016 bereits zum dritten Mal stattfinden wird, und das “Haus des Sports”.

Rückblickend kann man ohne Frage sagen, die Bonner Sportvereinsfamilie hat unter dem Dach des Stadtsportbundes mit Initialzündung durch die Initiative “Pro Sportstadt Bonn” große Anstrengungen unternommen, damit dem Sport in Bonn wieder die Wertschätzung zuteil wird, die er verdient.

Diese Anstrengungen und der große ehrenamtliche Einsatz auch und vor allem in der Integrationsarbeit werden durch die Umwidmung weitere Sporthallen in Flüchtlingsunterkünfte konterkariert.

Aus diesem Grunde findet heute eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Stadtsportbundes Bonn an geschichtsträchtiger Stätte zu diesem Thema statt. Die Vereinsvertreter treffen sich in den Räumen des BTHV, Christian-Miesen-Straße 2, dort wo vor vier Jahren die Erfolgsgeschichte “Pro Sportstadt Bonn” begann.

SSB-Chef Michael Scharf macht es deutlich:

Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es existenziell um den Fortbestand des Bonner Sports geht. Wir und unsere Vereine müssen uns wehren. Und ich schließe dabei alle Schüler mit ein, deren Sportstunden auf lange Zeit ausfallen.

Rückenwind bekommt er von LSB-Päsident Walter Schneeloch:

Wenn Sportvereine auf diese Weise wie das fünfte Rad am Wagen behandelt werden, dann führt das nicht nur dazu, dass sie keinen Beitrag mehr zur Integration leisten können. Es führt dazu, dass zivilgesellschaftliches Engagement von vielen tausend ehrenamtlich tätigen Menschen missachtet wird, das von unschätzbarem Wert für lebens- und liebenswerte Städte und Gemeinden ist.

Die Stadtgesellschaft darf nicht zulassen, dass der Sport wie das Fünfte Rad am Wagen behandelt wird. Kämpfen wir Sportlerinnen und Sportler dafür, dass wir auch weiterhin unseren wichtigen Beitrag zur Stadtgesellschaft leisten können!

 

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