Stimme des Tages – 29.10.2013

Stimme des Tages
Der Sport ist für den Staat ein hochrentables Investment

Weiterführende Informationen unter Sport zahlt sich aus…

Stimme des Tages
Studie „Wert des Sports – eine ökonomische Perspektive“ von Prof. Dr. Christoph Breuer und Felix Mutter von der Deutschen Sporthochschule Köln

Der Sport in Deutschland ist vor diesem Hintergrund nicht als Kostenfaktor oder Leistungsempfänger zu betrachten, sondern als kostbares Investitionsgut, das bei öffentlicher Investition wertvolle wirtschaftliche, steuerliche und soziale Renditen produziert, deren Wert den Investitionsbetrag deutlich übertreffen.

Senden Sie Ihre „Stimme des Tages“ an stimme-des-tages@pro-sportstadt-bonn.de

Sport zahlt sich aus…

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… in barer Münze!

Am 29.10.2013 wird die Studie „Wert des Sports – eine ökonomische Perspektive“ im Rahmen des Pressegesprächs des DOSB vorgestellt.

Die von Prof. Dr. Christoph Breuer und Felix Mutter von der Deutschen Sporthochschule Köln erarbeitete Studie bündelt die unterschiedlichsten Daten des Sports aus Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und den Sportvereinen und wertet diese nach verschiedenen Gesichtspunkten aus.

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Fazit und Kernaussage der Studie

Der Sport in Deutschland ist vor diesem Hintergrund nicht als Kostenfaktor oder Leistungsempfänger zu betrachten, sondern als kostbares Investitionsgut, das bei öffentlicher Investition wertvolle wirtschaftliche, steuerliche und soziale Renditen produziert, deren Wert den Investitionsbetrag deutlich übertreffen.

An dieser Stelle nur einige Zahlen zur Verdeutlichung der Dimension der Bedeutung des Sports:

Der DOSB schreibt zu dieser Studie:

Danach:

• sind 1,77 Millionen Beschäftigte im Sportsektor tätig. Das entspricht mit 4,4 Prozent aller Beschäftigten dem aktuellen Stand des deutschen Kreditgewerbes.

• beträgt der Anteil des Sportsektors am Bruttoinlandsprodukt rund 3,7 Prozent und erreicht damit den Stand der gesamten Versicherungswirtschaft.

• werden bei realistischer Betrachtung 9,7 Prozent oder 138,6 Milliarden Euro des Gesamtkonsums der deutschen Haushalte durch Sportkonsum ausgelöst.

• wächst der Gesellschaft ein Wohlfahrtsgewinn von 6,7 Milliarden Euro jährlich durch ehrenamtliche Tätigkeit zu. 4,5 Millionen Ehrenamtliche und freiwillig Engagierte leisten im Schnitt 20 Stunden Engagement in 91.000 Sportvereinen mit 27,8 Millionen Mitgliedschaften.

Neben diesen direkten wirtschaftlichen Wirkungen hat der Sport noch weitere positive Effekte für Gesellschaft, Gesundheit und Bildung:

Gesellschaftliche Effekte
• Sport schafft ein soziales Netz für benachteiligte Bevölkerungsgruppen und vor allem für Kinder und Jugendliche.
• 30 Prozent der Vereine haben Migranten als ehrenamtliche Funktionsträger. Dies zeigt die hohe Integrationsleistung des organisierten Sports.

Gesundheitliche Effekte
• Sport wirkt positiv auf die physische und psychische Gesundheit.
• Überträgt man vergleichende Studien aus den Kanada und der Schweiz auf Deutschland, können 2,5 % (Kanada) bis 16 % (Schweiz) der gesamten Gesundheitskosten durch körperliche Aktivität eingespart werden; das entspricht ca. 7,2 bis 45,9 Mrd. Euro (für 2010).

Bildungspolitische Effekte
• Der Sportsektor ist einer der größten Bildungsträger in Deutschland.
• Der Sport vermittelt Werte wie z. B. Fairness, Respekt, Leistungsbereitschaft und das Erlernen demokratischer Grundwerte.
• Einen positiven Zusammenhang von Sportaktivität und Schulbildung, der in mehreren Studien bestätigt worden ist.

Diese Studie hinterlegt mit Daten und Fakten die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Sports in unserem Lande.

Diese Bedeutung hat auch der Bonner Sport! Die Weichen für eine bessere Förderung des Bonner Sports und für mehr Wertschätzung sind gestellt. Politik und Verwaltung sind nun am Zug, um durch die Sportförderrichtlinien, die vertragliche Sicherheit über 5 Jahre und Sitz und Stimme des Stadtsportbundes im Sportausschuss, diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Sportentwicklungsbericht vorgestellt

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Sportvereine sind Sportanbieter Nr. 1 in Deutschland

Der an der Deutschen Sporthochschule Köln erarbeitete Sportentwicklungsbericht zeigt wiederholt die steigende gesellschaftspolitische Bedeutung der Sportvereine in Deutschland.

Weiterführende Informationen stellt der Deutsche Olympische SportBund auf seinen Internet-Seiten bereit:

Sportentwicklungsbericht – Hintergrund

Immer mehr Kooperationen von Sportvereinen und Schulen

DOSB-Präsident Thomas Bach wird dort wie folgt zitiert:

Die Sportvereine mit über 27,8 Millionen Mitgliedschaften stehen für ein vielfältiges gesellschaftspolitisches Leistungsspektrum. Der Sportentwicklungsbericht hat diesen Mehrwert des Politikfeldes Sport und der Vereine eindrucksvoll analysiert und belegt: der Sportverein erbringt eine Vielzahl unverzichtbarer Leistungen für die Gesellschaft. Oder anders ausgedrückt: Sportvereine fördern den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.

So ist es auch kein Zufall, wenn die Studie auch den Bezug zur Volkswirtschaft herstellt. Nach dem Artikel des DOSB werden von den 750.000 Ehrenämtlern in den Vereinsvorständen jährlich 150 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Die Wertschöpfung liegt dabei bei etwa 2,25 Milliarden Euro. In diesen Zahlen sind die freiwilligen Helferinnen und Helfer in den Vereinen noch nicht mal eingerechnet.

Es ist an der Zeit, dass auch in Bonn die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Sportvereine anerkannt und deren vielfältiges Potential für die positive Entwicklung der Stadtgesellschaft genutzt wird. Dazu ist auch die Kooperationsbereitschaft im Zusammenspiel mit Schulen, insbesondere den Ganztagsschulen, zwingend notwendig, will man die Veränderungen im gesellschaftlichen Leben meistern.

Nach dem Aufbruch des Sports in Bonn durch PSB, der in den PSB-Arbeitskreisen geleisteten vielfältigen Arbeit und der Neuausrichtung des Stadtsportbundes Bonn konnte bereits Einiges für den Bonner Sport erreicht werden.

Der Neuentwurf der Bonner Sportförderrichtlinien (Link BoRIS), von PSB-Arbeitskreisen erarbeitet und im Zusammenspiel Sportamt – Stadtsportbund Bonn weiterentwickelt, wird am 17.07.2013 im Sportausschuss der Stadt Bonn beraten. Diese Sportförderrichtlinien sind ein erster Schritt, dem bloßen Reden von der Unterstützung der Sportvereine nun tatsächlich Taten folgen zu lassen.

Die Sportvereine brauchen unsere Unterstützung, um auch weiterhin aktiv im Rahmen ihrer Ausrichtung diese gesellschaftlich wertvolle Arbeit zu leisten.

Kultur und Sport im Dialog – Ein Bericht

Rathausgespräch, 28.02.2013
Kultur und Sport im Dialog

Mitwirkende:

Jürgen Nimptsch – Dietmar Kanthak – Stephan Berg – Moritz Seibert – Michael Scharf –
Lutz Thieme – Martin SchumacherPünktlich um kurz nach halb acht tritt OB Jürgen Nimptsch ans Rednerpult und begrüßt die Mitwirkenden und Zuschauer. Im Hinblick auf das Thema des Abends weist er auf die über 2000jährige Geschichte Bonns hin und freut sich auf Diskussionen, die auch zu kontroversen Themen geführt werden. Er stellt klar: “Am Schluss müssen alle zufrieden sein.“

Bevor er das Wort an den Moderator Dietmar Kanthak vom Generalanzeiger Bonn abgibt, erwähnt er noch zwei Sachhinweise zum Thema. Bezüglich des Sports konnte im neuen Haushalt “ein erster guter Schritt gemacht werden.“ Auch beim Theater Bonn wird es eine neue Entgeltordnung mit deutlichen Preiserhöhungen geben, die Zahl 100 wäre erstmals dabei.

Dietmar Kanthak stellt sich kurz vor. Als Kulturjournalist hat er die Debatte im letzten Jahr verfolgt, versucht jedoch unparteiisch die Diskussion zu leiten. Das gelang dem Feuilleton-Chef des GA ausgezeichnet. Nach einer kurzen Vorstellung der Diskutanten hatte jeder die Möglichkeit, seinen Bereich kurz vorzustellen. Dabei wurde bereits auf einen Unterschied zwischen städtischen (öffentlichen) Institutionen und städtisch (öffentlich) geförderten Institutionen hingewiesen. „Kultur und Sport im Dialog – Ein Bericht“ weiterlesen

Für ausgewogene Sport- und Kulturförderung

Morgen, 28.02.2012, hat der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zu den Rathausgesprächen geladen. Unter dem Motto „Kultur und Sport im Dialog“ erwartet die Zuschauer im Alten Rathaus ein Meinungs- und Argumenteaustausch auf Augenhöhe.

Was können wir uns in Zukunft noch leisten und wo müssen wir sparen?

Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Präsident des Landessportbundes NRW, Walter Schneeloch erläuterte die Sicht des Sports in einem Interview beim Deutschlandfunk (Audiolink beim Deutschlandfunk, Interview in Text beim DOSB)

Walter Schneeloch erläutert, dass das Förderverhältnis zwischen Kultur und Sport mittlerweile ein irrationales Verhältnis erreicht hat. Gleichzeitig macht er deutlich, dass  der Sport auch bereit ist mitzusparen.

Der Sport ist auch dazu bereit, wenn nicht an ihm gespart wird, sondern mit ihm gespart wird. Wir legen großen Wert darauf, dass man mit dem Sport die Gespräche führt, welche Sparmaßnahmen für den Sport akzeptabel sind oder nicht. Die Situation, gerade der kommunalen Finanzen, hat sich ja dramatisch in den letzten Jahren verschlechtert und dann sind zunächst einmal immer die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“ diejenigen, an denen gespart werden muss. Das sind Kultur und Sport und wir stellen jetzt gerade am Beispiel Bonn fest, und das würde ich auch auf viele andere Großstädte in Nordrhein-Westfalen übertragen, dass es mittlerweile dann bei diesem Vergleich Kultur und Sport zu einem irrationalen Verhältnis geworden ist, wie sich Kulturförderung darstellt im Vergleich zur eigentlichen Nachfrage und im Vergleich zur Sportförderung.

 

Schneeloch stellt fest, dass Diskrepanz gerade in Bonn innerhalb von nur 4 Jahren um weitere 9 Millionen Euro angewachsen ist.

In Bonn zum Beispiel ist im Vergleich zu 2008 die Kulturförderung nochmal um 7,7 Millionen Euro angehoben worden, der Sport um 1,3 Millionen Euro gekürzt worden von 2008-2012, was eine weitere Differenz von 9 Millionen Euro ausmacht – nur in diesen vier Jahren. Und wenn ich hier von Kultur spreche, spreche ich von der sogenannten offiziellen Kultur oder, wie man anders sagt, Prestige-Kultur, Hochkultur, das sind in erster Linie Schauspiel-, Opernhaus, Beethoven-Haus, Beethoven-Orchester etc., die den größten Teil der Kulturförderung in Bonn absorbieren. Verlierer sind dort nicht nur der Sport, sondern auch die freie Kultur, die ganz minimal gefördert wird. Aber das ist nicht direkt unser Problem. Die Bonner Sportler haben das sachlich analysiert.

 

Die Diskutanten beim Bonner Rathausgespräch werden Ihre Argumente über Kultur- und Sportförderung morgen abend in den Bonner Kontext setzen. Auch Schneeloch sieht die Gesellschaft an einem Wendepunkt. In der Zukunft müssen also alle Förderpunkte ergebnisoffen auf den Tisch gebracht werden.

Wir sind eben jetzt an dem Punkt angelangt, wo wir Kultur in gewissen Formen in Frage stellen müssen, ohne die Kulturförderung überhaupt grundsätzlich in Frage zu stellen. Wir haben das ja auf Landesebene auch gemacht. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat es ganz locker hinbekommen, die Kulturförderung innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln und wenn ich dann bei der Landesregierung ankam, um zu sagen „Hier sind schon wieder Kürzungen“, dann wurden mir immer der Landeshaushalt und der Vorbehalt durch den Finanzminister und so weiter vorgehalten. Wo der politische Wille da ist, geht das schon, dass man Förderungen dementsprechend anhebt, wie man das politisch gerne möchte.

Für den Sport steigen morgen abend Michael Scharf und Lutz Thieme in den Ring, für die Kultur treten Moritz Seibert und Stephan Berg auf die Bühne.

Es gibt noch wenige Restkarten.