Von Solidarität und Sanierungsprojekten

AK Fußball

Am 12.11.2013 fand eine Versammlung der im Stadtsportbund Bonn (SSB) organisierten Fußballvereine statt. Versammlungsort war das Clubheim des BTHV am Rande der Sportanlage Wasserland in Bonn-Dottendorf.

Eingeladen hatte Heiko Fleck, Leiter des Arbeitskreises Fußball im SSB, um die Vereine über den aktuellen Sachstand zu informieren, mit den Vereinen dringende Themen des Bonner Fußballs zu diskutieren und für Solidarität innerhalb der Bonner Fußballgemeinschaft zu werben.

Die Begrüßung der Vereinsvertreter übernahm der SSB-Vorsitzende Michael Scharf, der darauf hinwies, dass zum ersten Mal eine solche Versammlung innerhalb des SSB stattfindet und damit auch die Arbeit des Arbeitskreises Fußball der PSB im SSB fortgesetzt wird.

Bereits der 1. Tagesordnungspunkt hatte es in sich. Die versammelten Vereinsvertreter erklären ihre Solidarität und Unterstützung für die ortsansässigen Vereine des F.-A.-Schmidt-Platzes in Bonn-Dottendorf in einer gemeinsamen Solidaritätserklärung ([wpfilebase tag=file id=167 tpl=filebrowser /] ). Sanierung des Platzes bzw. eine ortsnahe Neuanlage soll innerhalb der Sportplatzsanierungen priorisiert werden. Viele Wortmeldungen zum Thema griffen den allgemein schlechten Zustand vieler unsanierter Bonner Sportanlagen auf und es wurde deutlich, dass es „jeden treffen könnte“. Gemeint ist, dass jeder Verein betroffen sein könnte, wenn die Heimstätte plötzlich aufgrund des schlechten Platzzustandes gesperrt würde. Deshalb sollte jetzt und auch in Zukunft Solidarität innerhalb der Fußballgemeinschaft gelebt werden.

Im zweiten Tagesordnungspunkt wurden die aktuellen politischen Beschlüsse und Verwaltungsvorlagen erläutert. Der Vorstoß der Politik, die Bezirkssportanlagen bevorzugt zu betrachten, wurde von den Vereinen gebilligt, sofern davon die Abarbeitung der Prioritätenliste nicht gebremst wird.

In TOP 3 stellten Heiko Fleck und SSB-Schatzmeister Achim Dehnen ein neues Konzept zur Kunstrasensanierung vor. Dabei könnten Vereine ihre Position auf der Prioritätenliste verbessern, wenn sie die Vorfinanzierung der Maßnahme übernehmen. (siehe auch Sanierungsmodell für Sportplätze vorgestellt/)

[toggle title=“Das Konzept im Einzelnen“]Vorgespräche mit der Sparkasse KölnBonn, der Verwaltung und der Politik haben stattgefunden. Dieses Zusammenspiel zwischen Verein, Stadt und Finanzinstitut sieht im Einzelnen vor:

  • Verein erhält ein tilgungsfreies Darlehen von einem Finanzinstitut zum Platzumbau
  • Stadt sichert das Darlehen ab
  • Die Laufzeit des Darlehens beginnt mit der Auszahlung der Summe und läuft bis zum nach der Prioritätenliste vorgesehenen Termin der Platzsanierung
  • Der Verein zahlt in dieser Zeit die Zinsen
  • Die Stadt tilgt am Ende der Laufzeit das Darlehen
  • Die Stadt bleibt Eigentümer des Platzes
  • Der Vereine tritt als Bauherr auf (Vertrag mit Stadt)
  • Die Vorverlagerung der Sanierung ist damit für die Stadt kostenneutral
  • Möglichkeit, pro Jahr drei bis vier Plätze zu sanieren
  • Kostenersparnis durch privaten Bauherren und der Möglichkeit, die Aufträge zusammenzufassen
  • Möglicher Vorsteuerabzug für die Vereine[/toggle]

Ein Vereinsvertreter sprach von der sprichwörtlichen Quadratur des Kreises, die mit diesem Konzept gelänge. Aus diesem Konzept, einer gemeinsamen Entscheidung des Bonner Fussballs, resultiert aber auch eine Entlastung der Stadt sowohl finanzieller als auch zeitlicher Art und eine Entlastung der Politik, die sich auf diese Entscheidung des Bonner Sports stützen und verlassen kann.

Ein Problem, was natürlich noch zu Verzögerungen beitragen könnt, ist die neu aufzustellende Prioritätenliste, Thema des Tagesordnungspunktes 4. In der Diskussion stellte sich schnell heraus, dass eine Neuaufstellung der Liste unter Einbezug womöglich neuer Kriterien die Sanierungen unverhältnismäßig verschieben würden. Die Vereine halten außerdem den 2009 von Prof. Lutz Thieme vorgestellten Kriterienkatalog für nachvollzieh- und damit anwendbar. Die Vereine entscheiden sich mehrheitlich für eine zügige Abarbeitung der Prioritätenliste der Verwaltung vom Sommer 2013. Das bedingt natürlich, dass die geplanten Gelder auch tatsächlich von der Politik für die Laufzeit der Prioritätenliste vertraglich festgesetzt werden müssen. Auch hier wird durch das gemeinsame Handeln und den Beschluss der Bonner Fußballvereine die Verwaltung und die Politik entlastet und eine zügige Fortsetzung der Platzsanierung ermöglicht.

Im Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ regte ein Vereinsvertreter an, das Vereine durch Übernahme von Pflegemaßnahmen an Plätzen, die Stadtverwaltung ebenfalls entlasten können. Darüber kann dann eventuell das „Modell Lessenich“ Aufschluß geben.

  • Fazit

Die im AK Fußball des PSB begonnene Arbeit wird im Stadtsportbund Bonn konsequent fortgesetzt. Die Bonner Vereine sind sich ihrer Mitwirkungsrechte und -pflichten bewusst und bereit, aktiv an der Weiterentwicklung des Bonner Sports zu arbeiten. In Zeiten von knappen Haushalten ist auch die finanzielle Entlastung der Stadt wichtig. Durch das gemeinsame Handeln der Vereine und die Einigung auf schlaue Lösungen wird aber auch der Druck von den politischen Entscheidungsträgern genommen.

Mit diesen Beschlüssen legt der Bonner Sport einen wichtigen Grundstein für eine hoffnungsvolle Entwicklung des Bonner Sports nicht nur im Bereich Fussball.

Downloads

[wpfilebase tag=file id=166 tpl=filebrowser /]
[wpfilebase tag=file id=165 tpl=filebrowser /]

SSB: Sanierungsmodell für Sportplätze vorgestellt

SSB Logo

Pressemitteilung des Stadtsportbundes Bonn Nr. 13 vom 15.11.2013

[wpfilebase tag=file id=164 tpl=filebrowser /]

SSB stellt Modell zur zügigen Sportplatzsanierung vor

Der Stadtsportbund Bonn (SSB) wird im Auftrag der ihm  angeschlossenen Bonner Fußballvereine mit der Verwaltung und den Parteien ein Programm verhandeln, mit dem die Vereine schneller zur Sanierung ihres Sportplatzes kommen können. Für die Stadt ist das Modell mit keinen Mehrkosten verbunden.

Auf einer Sitzung des Arbeitskreises (AK) Fußball, an der 21 Vereine teilnahmen, stellte AK-Vorsitzender Heiko Fleck das Modell vor. Voraussetzung ist, dass die Stadt weiterhin jährlich 700.000 Euro für den Umbau der zur Zeit maroden Plätze in Kunstrasenplätze bzw. für deren Sanierung zu gut bespielbaren Tennenplätzen zur Verfügung stellt.

Grundlage ist eine möglichst schnell von der Verwaltung aufzustellende und von der Politik zu beschließende Prioritätenliste, die die Sanierungsbedürftigkeit der Bonner Plätze anzeigt. Nach dieser Prioritätenliste wird  jährlich mindestens ein Platz in einen Kunstrasen umgewandelt und/oder entsprechende Tennenplätze saniert. Vereine, deren Platz weiter hinten gelistet ist, können nach diesem Modell früher eine Sanierung erhalten, wenn sie für den Zeitraum, bis ihr Platz turnusmäßig zur Sanierung anstehen würde, ein tilgungsfreies Darlehen aufnehmen. Sie müssten dann lediglich für die Zinskosten aufkommen. Die Stadt würde sich im Gegenzug verpflichten, das Darlehen zu dem Zeitpunkt zu tilgen, an dem die Platzsanierung nach der Prioritätenliste an der Reihe wäre.

Nach der Modellrechnung des SSB würde für den Umbau in einen Kunstrasenplatz derzeit eine Zinsbelastung von jährlich rund 10.000 Euro auf den Verein zukommen, wobei ein möglicherweise erlaubter Vorsteuerabzug nicht eingerechnet wäre. Für die Stadt hat das Modell den Vorteil, dass ihre Sportplätze schneller saniert und damit im Wert steigen, dass sie keinerlei Mehrkosten hat und, weil der Verein als Bauherr auftritt, die Baumaßnahme nicht europaweit ausgeschrieben werden muss. Nicht eingerechnet sind zusätzliche Baukostenersparnisse durch
Synergieeffekte. Die Sparkasse KölnBonn hat bereits signalisiert, die Umsetzung eines solchen Modells wohlwollend zu prüfen.

Angesichts der Tatsache, dass die Bonner Fußballvereine unter den vielerorts denkbar schlechten Platzbedingungen erheblich leiden, beschlossen die Vereine, die von der Verwaltung im Sommer vorgelegte und von der schwarz-grünen Mehrheitsfraktion zurückgewiesene Prioritätenliste als Grundlage eines solchen Modells zu nehmen. Die Kriterien, nach denen die Verwaltung in Abstimmung mit dem Fußballkreis Bonn die Prioritätenliste erstellt habe, seien nachvollziehbar, so die Meinung der Vereine und des SSB. Eine neue Liste und neue Kriterien aufzustellen, verlängere nur unnötig das Verfahren.

Voraussetzung für das Modell ist allerdings,  dass das mit 700.000 Euro jährlich veranschlagte Sportplatz-Sanierungsprogramm unabhängig von dem Plan der Stadt ist, die Bonner Bezirkssportanlagen Sportpark Nord, Pennenfeld, Beuel und Endenich umfassend zu sanieren.

In derselben Sitzung beschäftigten sich die Vereine ausgiebig mit der Sportplatzsituation in Friesdorf und Dottendorf. Bekanntlich ist dort der F.-A.-Schmidt-Platz seit vier Jahren halbseitig gesperrt und für den Spielbetrieb deshalb unbrauchbar. Zuletzt hatte die Politik beschossen, mit allerhöchstens 70.000 Euro den Platz sanieren zu wollen; nach Expertenmeinung ist dies praktisch unmöglich, da der Platz auf einer ehemaligen Müllkippe entstanden ist und nur eine Grundsanierung Abhilfe schaffen kann. Die Vereine bekundeten den ortsansässigen Vereinen ihre volle Solidarität und Unterstützung und forderten die Verantwortlichen auf, die wettkampfgemäße Bespielbarkeit des Platzes kurzfristig herzustellen. Gleichzeitig erklärten sie sich damit einverstanden, der Sanierung oder einer ortsnahen Neuanlage oberste Priorität innerhalb des Sportplatz-Sanierungsprogramms einzuräumen.

Weitere Informationen
folgen in Kürze

SSB: Sportausschuss beschließt „Lex Lessenich“

SSB Logo

Pressemitteilung des Stadtsportbundes Bonn Nr. 7 vom 18.7.2013

[wpfilebase tag=file id=155 tpl=filebrowser /]

Sportausschuss beschließt „Lex Lessenich“

Der Stadtsportbund Bonn begrüßt, dass sich der Sportausschuss im Fall „Umbau des Sportplatzes von Rot-Weiß Lessenich in einen Kunstrasenplatz“ erstmals dazu durchgerungen hat, mit einem Verein einen Erbpachtvertrag vereinbaren zu wollen und auch den Umbau des Platzes in die Verantwortung des Vereins zu geben. Damit ist der Sportausschuss einer Forderung des Stadtsportbundes nachgekommen, die die Stadt bisher aber immer abgelehnt hatte.

Der Stadtsportbund sieht allerdings auch eine Gefahr, da die Entscheidung „pro Lessenich“ nun Vorbildcharakter für alle anderen Bonner Vereine hat. Wer also einen hohen Eigenkapitalanteil aufbringen kann, kann sich künftig auf die Lex Lessenich berufen und die vorrangige Berücksichtigung verlangen. Damit werden Vereine, die in Stadtteilen mit weniger Finanzkraft der Einwohner beheimatet sind, noch länger auf den Umbau ihres Platzes warten müssen, selbst wenn sie in der neuen zur erstellenden Rankingliste oben stehen. Unseren Bemühungen, eine einheitliche und für alle zu durchschauende Prioritätenliste aufstellen zu können, auf die die Vereine vertrauen können, ist damit nicht geholfen worden.

Unbequeme Wahrheiten

GA Logo

Unter diesem Titel erschien heute, 19.09.2012, ein Kommentar von Michael Nickels im General-Anzeiger Bonn. ( Link zum Kommentar)

Auszug:

Bonns Politiker müssen sich umgewöhnen. Seit Anfang des Jahres gibt es mit der Vereinsinitiative „Pro Sportstadt Bonn“ (PSB) eine Gruppe Bürger, die sich mit riesigem Engagement und immensem Zeitaufwand für die Belange des Sports einsetzt und dabei so manche Wahrheit sagt, die unbequem ist.

Exemplarisch sei hier die Auseinandersetzung mit Theater und Oper, Beethovenorchester und Kunstmuseum genannt. Wer, wie die PSB, ständig auf die Kosten hinweist, die die Hochkultur den Bonner Bürger jährlich kostet, und der deutlich macht, dass andere Bereiche wie der Sport, die Schulen und Kitas, Sozialprojekte oder jugendkulturelle Bereiche darunter leiden müssen, ist vielen ein Dorn im Auge.

[…]

Deshalb ist es gut und richtig, wenn die PSB den Sportausschussbeschluss hinterfragt. Zumal es den sprichwörtlichen kölschen Klüngel auch in Bonn gibt – gerade im Sport und bei der Sportplatzsanierung liegen die Beispiele bekanntlich nicht lange zurück.“

Im GA-Artikel PSB kritisiert den Sportausschuss vom selben Autor werden die Ereignisse zusammengefasst.

Koalitions-Klüngel verhindert transparentes Zukunftskonzept

AK Fußball

Am vergangenen Donnerstag, 13.09.2012, fand eine wichtige Sportausschusssitzung statt (siehe auch Schwarz-Grün kippt Ratsbeschluss), die sich u.a. mit der Kunstrasenthematik befasste.

Der PSB AK Fußball hat dazu kurzfristig ein Informationsschreiben insbesondere für die Fußballvereine über die Ereignisse und Auswirkungen dieser Sitzung erarbeitet.

Auszug aus dem Informationsschreiben ([wpfilebase tag=file id=17 tpl=filebrowser /]):

Unsere abgestimmte Vorgehensweise wurde sowohl von der Verwaltung wie auch von der SPD unterstützt, leider  aber  von  Stv.  Beu  (Grüne)  als  Sprachführer  der  Koalition  (CDU/Grüne)  torpediert  und  die Änderung in einem so undurchsichtigen Antrag vorgebracht, daß selbst der Ausschußvorsitzende und Koalitionskollege  Stv.  Härling  (CDU),  der  natürlich  wie  alle  aus  der  Koalition  (u.a.  auch  der  SSB‐Vorsitzende  van  Schewick  ‐  CDU)  für  diesen  Antrag  gestimmt  hatte,  die  Auswirkungen  des beschlossenen  Antrags  sogar  noch  nach  der  Sitzung  im  persönlichen  Gespräch  mit  mehreren Anwesenden  völlig  anders  interpretiert  hat.  Unser  Ansinnen  den  früher  vorherrschenden  Klüngel sowie Entscheidungen aus reinem politischem Machtinteresse endlich zu begraben, ist konterkariert worden.

Schon alleine daher war das ein schwarzer Tag für den Bonner Sport.

Für den AK Fußball der PSB ist klar (siehe auch [wpfilebase tag=file id=13 tpl=filebrowser /]):

Grundsätzlich  wäre  eine  Überholspur  zu  begrüßen,  allerdings  entweder  nur  im  ursprünglichen  Sinne mit voller Kostenneutralität für die Stadt oder durch ein separates Verfahren mit einem zusätzlichen dafür ausgeschriebenen Budget. Bei letzterem würden also die momentanen 300.000 Euro weiter für die Abarbeitung der Prioritätenliste zur Verfügung bleiben und ein zusätzliches jährliches Budget (z.B. 100.000) würden für Beteiligungsfinanzierung im Rahmen der Überholspur ausgeschrieben. Wird dann letzteres nicht abgerufen, könnte dieser Etat zum normalen Sanierungsetat hinzugefügt werden.

Wir werden auch  zukünftig  alle  Entscheidungen  der  Politik  genauestens  unter  die  Lupe  nehmen  und  uns  nicht scheuen auch Roß und Reiter zu nennen.

Ich möchte hier nochmals betonen, daß es uns nicht darum geht sich für oder gegen den einen oder anderen  Verein  einzusetzen.  Uns  geht  es  alleine  um  das  Gesamtinteresse  aller  Bonner Fußballvereine, um Transparenz, Fairneß und verbindliche Regeln für alle. 

Pro Sportstadt Bonn, AK Fußball
Heiko Fleck

Lesen Sie dazu auch die weiteren Dokumente/Artikel:

Link Mitteilungsvorlage Verwaltung 1212607
Link Dringlichkeitsantrag SPD 1212605
Link Änderungsantrag CDU-Grüne 1212605AA2

Link Ergebnisse Sitzung AK Fußball 10.09.2012

Reaktionen der Politik (Link CDU Ratsfraktion, Link Grüne-Bonn)

Reaktion Stv. Härling ([wpfilebase tag=file id=51 tpl=filebrowser /])