Aus künstlerischen Gründen…

Seit 21.06.2012 befindet sich die Mitteilungsvorlage 1212047NV im Bonner Rats- und Informationssystem. (Link zur Vorlage)

In dieser Vorlage, die sich mit der „Dreivierteljahresübersicht über die Entwicklung der Erträge und Aufwendungen und über die Abwicklung des Vermögensplanes 2011/12 des Theaters der Stadt Bonn“ befasst, werden unter Punkt 6 die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt zusammengefasst:

Auswirkungen auf den städtischen Haushalt

Der Generalintendant hat zwar auf einen ihm vertraglich garantierten Teilbetrag des Betriebsmittelzuschusses an das Theater verzichtet (s.o.), dann aber doch aus künstlerischenGründen entschieden, in den beiden letzten Spielzeiten in Bonn, die von ihm in den ersten 3 Spielzeiten der satzungsgemäßen Rücklage zugeführten Überschüsse (rd. 1,0 Mio. EUR) für das Theater zu entnehmen. Da die satzungsgemäße Rücklage Bestandteil des Theaterbudgets ist, kann der Generalintendant gem. der geltenden Theatersatzung diese (in seiner 2. Intendanz angesparten Mittel) für die Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 in Anspruch nehmen.

Da die Haushaltsansätze für den Betriebsmittelzuschuss des Theaters nach der Verzichtserklärung des Generalintendanten entsprechend vermindert wurden, muss die Inanspruchnahme der satzungsgemäßen Rücklage, bei der es sich um eine Verbindlichkeit der Stadt gegenüber dem Theater handelt, nunmehr im Haushalt 2012 und 2013 der Stadt zusätzlich aus allgemeinen Haushaltsmitteln bereit gestellt werden.

Die Informationen in diesem Punkt sind offenbar so brisant, das die FDP ihn mit einem Änderungsantrag streichen wollte (Link zum Änderungsantrag der FDP).

Ergebnis:
Die Stadt muss nun diese rund 1.000.000 Euro zusätzlich aus dem allgemeinen Haushalt bereitstellen.

Und woher, fragen Sie sich, soll das Geld kommen?

Die Stadt Bonn hat schon eine Kürzungsmöglichkeit im Visier, die Zuschüsse für die Betreuung an den offenen Ganztagsschulen (OGS). Laut einem Bericht des Generalanzeiger Bonn (Die Stadt will 100 Euro pro Kind sparen) sollen dort insgesamt 670.000 Euro eingespart werden.

Man darf gespannt sein, wo die verbleibenden 330.000 Euro, die zur o.a. Theatermillion fehlen, am Ende herkommen.

Unbequeme Wahrheiten

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Unter diesem Titel erschien heute, 19.09.2012, ein Kommentar von Michael Nickels im General-Anzeiger Bonn. ( Link zum Kommentar)

Auszug:

Bonns Politiker müssen sich umgewöhnen. Seit Anfang des Jahres gibt es mit der Vereinsinitiative „Pro Sportstadt Bonn“ (PSB) eine Gruppe Bürger, die sich mit riesigem Engagement und immensem Zeitaufwand für die Belange des Sports einsetzt und dabei so manche Wahrheit sagt, die unbequem ist.

Exemplarisch sei hier die Auseinandersetzung mit Theater und Oper, Beethovenorchester und Kunstmuseum genannt. Wer, wie die PSB, ständig auf die Kosten hinweist, die die Hochkultur den Bonner Bürger jährlich kostet, und der deutlich macht, dass andere Bereiche wie der Sport, die Schulen und Kitas, Sozialprojekte oder jugendkulturelle Bereiche darunter leiden müssen, ist vielen ein Dorn im Auge.

[…]

Deshalb ist es gut und richtig, wenn die PSB den Sportausschussbeschluss hinterfragt. Zumal es den sprichwörtlichen kölschen Klüngel auch in Bonn gibt – gerade im Sport und bei der Sportplatzsanierung liegen die Beispiele bekanntlich nicht lange zurück.“

Im GA-Artikel PSB kritisiert den Sportausschuss vom selben Autor werden die Ereignisse zusammengefasst.