Kultur und Sport im Dialog – Ein Bericht

Rathausgespräch, 28.02.2013
Kultur und Sport im Dialog

Mitwirkende:

Jürgen Nimptsch – Dietmar Kanthak – Stephan Berg – Moritz Seibert – Michael Scharf –
Lutz Thieme – Martin SchumacherPünktlich um kurz nach halb acht tritt OB Jürgen Nimptsch ans Rednerpult und begrüßt die Mitwirkenden und Zuschauer. Im Hinblick auf das Thema des Abends weist er auf die über 2000jährige Geschichte Bonns hin und freut sich auf Diskussionen, die auch zu kontroversen Themen geführt werden. Er stellt klar: “Am Schluss müssen alle zufrieden sein.“

Bevor er das Wort an den Moderator Dietmar Kanthak vom Generalanzeiger Bonn abgibt, erwähnt er noch zwei Sachhinweise zum Thema. Bezüglich des Sports konnte im neuen Haushalt “ein erster guter Schritt gemacht werden.“ Auch beim Theater Bonn wird es eine neue Entgeltordnung mit deutlichen Preiserhöhungen geben, die Zahl 100 wäre erstmals dabei.

Dietmar Kanthak stellt sich kurz vor. Als Kulturjournalist hat er die Debatte im letzten Jahr verfolgt, versucht jedoch unparteiisch die Diskussion zu leiten. Das gelang dem Feuilleton-Chef des GA ausgezeichnet. Nach einer kurzen Vorstellung der Diskutanten hatte jeder die Möglichkeit, seinen Bereich kurz vorzustellen. Dabei wurde bereits auf einen Unterschied zwischen städtischen (öffentlichen) Institutionen und städtisch (öffentlich) geförderten Institutionen hingewiesen. „Kultur und Sport im Dialog – Ein Bericht“ weiterlesen

Für ausgewogene Sport- und Kulturförderung

Morgen, 28.02.2012, hat der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zu den Rathausgesprächen geladen. Unter dem Motto „Kultur und Sport im Dialog“ erwartet die Zuschauer im Alten Rathaus ein Meinungs- und Argumenteaustausch auf Augenhöhe.

Was können wir uns in Zukunft noch leisten und wo müssen wir sparen?

Vizepräsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und Präsident des Landessportbundes NRW, Walter Schneeloch erläuterte die Sicht des Sports in einem Interview beim Deutschlandfunk (Audiolink beim Deutschlandfunk, Interview in Text beim DOSB)

Walter Schneeloch erläutert, dass das Förderverhältnis zwischen Kultur und Sport mittlerweile ein irrationales Verhältnis erreicht hat. Gleichzeitig macht er deutlich, dass  der Sport auch bereit ist mitzusparen.

Der Sport ist auch dazu bereit, wenn nicht an ihm gespart wird, sondern mit ihm gespart wird. Wir legen großen Wert darauf, dass man mit dem Sport die Gespräche führt, welche Sparmaßnahmen für den Sport akzeptabel sind oder nicht. Die Situation, gerade der kommunalen Finanzen, hat sich ja dramatisch in den letzten Jahren verschlechtert und dann sind zunächst einmal immer die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“ diejenigen, an denen gespart werden muss. Das sind Kultur und Sport und wir stellen jetzt gerade am Beispiel Bonn fest, und das würde ich auch auf viele andere Großstädte in Nordrhein-Westfalen übertragen, dass es mittlerweile dann bei diesem Vergleich Kultur und Sport zu einem irrationalen Verhältnis geworden ist, wie sich Kulturförderung darstellt im Vergleich zur eigentlichen Nachfrage und im Vergleich zur Sportförderung.

 

Schneeloch stellt fest, dass Diskrepanz gerade in Bonn innerhalb von nur 4 Jahren um weitere 9 Millionen Euro angewachsen ist.

In Bonn zum Beispiel ist im Vergleich zu 2008 die Kulturförderung nochmal um 7,7 Millionen Euro angehoben worden, der Sport um 1,3 Millionen Euro gekürzt worden von 2008-2012, was eine weitere Differenz von 9 Millionen Euro ausmacht – nur in diesen vier Jahren. Und wenn ich hier von Kultur spreche, spreche ich von der sogenannten offiziellen Kultur oder, wie man anders sagt, Prestige-Kultur, Hochkultur, das sind in erster Linie Schauspiel-, Opernhaus, Beethoven-Haus, Beethoven-Orchester etc., die den größten Teil der Kulturförderung in Bonn absorbieren. Verlierer sind dort nicht nur der Sport, sondern auch die freie Kultur, die ganz minimal gefördert wird. Aber das ist nicht direkt unser Problem. Die Bonner Sportler haben das sachlich analysiert.

 

Die Diskutanten beim Bonner Rathausgespräch werden Ihre Argumente über Kultur- und Sportförderung morgen abend in den Bonner Kontext setzen. Auch Schneeloch sieht die Gesellschaft an einem Wendepunkt. In der Zukunft müssen also alle Förderpunkte ergebnisoffen auf den Tisch gebracht werden.

Wir sind eben jetzt an dem Punkt angelangt, wo wir Kultur in gewissen Formen in Frage stellen müssen, ohne die Kulturförderung überhaupt grundsätzlich in Frage zu stellen. Wir haben das ja auf Landesebene auch gemacht. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat es ganz locker hinbekommen, die Kulturförderung innerhalb von fünf Jahren zu verdoppeln und wenn ich dann bei der Landesregierung ankam, um zu sagen „Hier sind schon wieder Kürzungen“, dann wurden mir immer der Landeshaushalt und der Vorbehalt durch den Finanzminister und so weiter vorgehalten. Wo der politische Wille da ist, geht das schon, dass man Förderungen dementsprechend anhebt, wie man das politisch gerne möchte.

Für den Sport steigen morgen abend Michael Scharf und Lutz Thieme in den Ring, für die Kultur treten Moritz Seibert und Stephan Berg auf die Bühne.

Es gibt noch wenige Restkarten.

Kultur und Sport im Dialog

Im Rahmen der Bonner Rathausgespräche lädt Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch Bonnerinnen und Bonner zu einer Diskussionsrunde am Donnerstag, 28. Februar 2013, ab 19.30 Uhr in das Alte Rathaus ein (Download Flyer [wpfilebase tag=file id=103 tpl=filebrowser /]):

Liebe Bonnerinnen, liebe Bonner,
was können wir uns noch leisten, wo müssen wir sparen? Es ist für 2013 zwar gelungen, einen städtischen Nothaushalt zu vermeiden, über die Kürzungen, die fast alle gesellschaftlichen Bereiche betreffen, wird in unserer Stadt aber lebhaft diskutiert. Daran beteiligen sich auch die Bereiche Sport und Kultur.
Um diese Diskussion konstruktiv fortzusetzen, lade ich herzlich zu Austausch und Dialog in das Alte Rathaus ein.

Unter der Moderation von Dietmar Kanthak (General Anzeiger Bonn) diskutieren Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn), Michael Scharf (Initiative Pro Sportstadt Bonn), Moritz Seibert (Junges Theater Bonn) und Prof. Dr. Lutz Thieme (Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 e.V.).

Der Eintritt ist frei, bedarf aber wegen begrenzter Platzzahl einer Anmeldung bei der VHS (Anmeldelink VHS).

Pro Sportstadt Bonn freut sich ebenfalls über eine zahlreiche Teilnahme interessierter Bürgerinnen und Bürger. Meldet Euch schnell an!