SSB: Eine Bürgerbeteiligung, die zum Scheitern verurteilt ist

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Eine Bürgerbeteiligung, die zum Scheitern verurteilt ist

SSB: 50 ausgeloste Bürger werden das Bäderproblem in Bonn nicht lösen

Am morgigen Mittwoch soll im Sportausschuss der Stadt Bonn die 200.000 Euro teure Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Bonner Bäderlandschaft auf den Weg gebracht werden. Der Stadtsportbund Bonn (SSB) betont dazu noch einmal, dass er dieses angestrebte Bürgergutachten, das als Entscheidungsgrundlage dem Rat der Stadt Bonn dienen soll, in der speziellen Bäderfrage in Bonn mit zuvor zwei gegenteilig ausgefallenen Bürgerentscheiden für absolut ungeeignet hält.

„Wir glauben nicht, dass 50 nach dem Zufallsprinzip ermittelte Bonner Bürger innerhalb von vier Monaten, in denen sie nur an wenigen Tagen gemeinsam tagen, die Untiefen der Bäderproblematik in Bonn durchdringen und zu Lösungen kommen können, zumal der Zeitraum auch noch durch die Sommerferien durchbrochen wird. Und was noch viel entscheidender sein wird: Die Stadt gibt diesen 50 Bürgern noch nicht einmal einen Rahmen vor, wieviel die Neugestaltung der Bonner Bäder kosten darf“, sagt SSB-Vorsitzender Michael Scharf.

Wie es anders gehen kann, haben Verwaltung und Politik dagegen in der parallel stattfindenden Bürgerbeteiligung in Sachen Opernhaus vorgemacht. Hier gilt der gleiche Zeitplan, nur dass sich dabei die 50 einbringenden Bürger aufgrund eines vorangeschalteten Gutachtens nur zwischen den Alternativen Neubau in Beuel oder Sanierung am bisherigen Ort entscheiden können. Und auch die von den Gutachtern ermittelten Kosten der beiden Alternativen stehen bereits fest. Diese
Entscheidung ist daher nicht allzu schwer zu fällen, zumal die Grundsatzfrage, ob  Bonn überhaupt ein solch großes Opernhaus benötigt oder ob nicht ein  Zweispartenhaus angemessen ist, gar nicht erst behandelt werden soll.

„Stadtsportbund und Stadtschwimmverband befürchten, dass die Stadt am Ende nur für eine dieser Maßnahmen Geld zur Verfügung hat. Und weil die Entscheidungsfindung in Sachen Oper schnell gehen wird und bei der Bäderfrage viele Fragen offen bleiben werden, wird das Thema Neuordnung der Bonner Bäderlandschaft weiter aufs Abstellgleis geschoben“, befürchtet Scharf. „Am Ende profitiert dann wie immer in Bonn die Kultur. Und alle Bonner, die gerne  schwimmen gehen, die Jugendlichen in den Schulen und die Vereine gucken in die Röhre.“