SSB: Die Ankündigung der Kämmerin ist eine Provokation

Pressemitteilung vom 4. Mai 2018

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Die Ankündigung der Kämmerin ist eine Provokation
Der SSB lehnt eine Sportstättennutzungsgebühr vehement ab

Der Stadtsportbund Bonn (SSB) ist zutiefst irritiert von der Ankündigung von Stadtkämmerin Margarete Heidler, ab dem Haushaltsjahr 2021 schrittweise eine Sportstättennutzungsgebühr einführen zu wollen. „Die Stadt bekommt bei der laufenden Sportentwicklungsplanung gerade schwarz auf weiß bescheinigt, dass Bonn im Bundesdurchschnitt zu den Städten gehört, deren Sportstätten den schlechtesten baulichen Zustand aufweisen. Und statt alles zu tun, das schnellstmöglich zu ändern, will man nun noch eine Sportstättennutzungsgebühr einführen. Diese Ankündigung, das kann ich ganz deutlich sagen, ist für uns eine Provokation“, sagt SSB-Vorsitzender Michael Scharf.

Es beruhigt den SSB dabei nur unwesentlich, dass bereits kurz nach der Haushaltseinbringung von Frau Heidler aus der Jamaika-Koalition bekannt wurde, dass zumindest die FDP dieser Sportstättennutzungsgebühr nicht zustimmen werden. „Es geht auch um eine Frage des Respekts. Da sitzt man regelmäßig mit dem Beigeordneten und der Amtsleitung zusammen, um Probleme im Sinne des Sports zu lösen, und dann bekommt man urplötzlich eine Ankündigung um die Ohren geschlagen, die eine Vielzahl von Vereinen vor existenzielle Probleme stellen kann“, so Scharf.

Im Übrigen habe der SSB bereits vor drei Jahren angeboten, der Stadt beim Einsparen von Kosten zu helfen, indem städtische Anlagen unter Vereinsregie geführt werden sollten. Dieser Prozess sei allerdings gescheitert, weil das Städtische Gebäudemanagement nicht in der Lage war, transparente Zahlen für drei Musterprojekte auf den Tisch zu legen. „Der Sport hat immer betont, gesamtstädtisch Verantwortung übernehmen zu wollen, etwa durch Hilfe zur Selbsthilfe. Nur ist die Stadt bisher nicht im Geringsten darauf eingegangen“, so Scharf.

Angesichts der jetzt entstandenen Situation erinnert der SSB an die Situation vor sechs Jahren, als die Stadtverwaltung ebenfalls eine Sportstättennutzungsgebühr einführen wollte. „Unsere Vereine mit ihren knapp 100.000 Mitgliedern haben sich damals innerhalb kürzester Zeit solidarisch zusammengeschlossen und sind gegen dieses Ansinnen auf die Straße gegangen. Unser beeindruckender Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt fand damals sogar bundessweit Beachtung, zumal wir bei unserem Protest deutlich machten, dass die Stadt im Bereich der Hochkultur das Geld mit vollen Händen ausschüttet, im Bereich der freien Leistungen wie Sport, Büchereien oder freie Kultur dafür schnell den Rotstift ansetzt. Die Situation hat sich bis heute nicht verändert. Die Oper wird heute jährlich mit über 30 Millionen unterstützt – mit steigender Tendenz und vertraglich abgesichert. Dass die Stadt Bonn, die 2020 deutschlandweit die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aufweisen wird, diesen Kurs so weiterfahren kann, ist nicht zu verantworten. Es wird Zeit, das zu ändern“, sagt Michael Scharf.