SSB: Der Begriff Hochkultur – griffig und offenbar wirksam

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Der Begriff Hochkultur – griffig und offenbar wirksam

Der SSB wird weiter auf die unverhältnismäßig hohe Kulturförderung hinweisen

Der Stadtsportbund Bonn (SSB) hat mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen, dass Generalmusikdirektor Dirk Kaftan beim Bildungsempfang der Stadt erklärt hat, der Begriff Hochkultur verursache bei ihm „eine Art Würgereiz“. Angespielt hat er dabei wohl auch auf die Tatsache, dass der Stadtsportbund diesen Begriff immer wieder dann verwendet, wenn er auf die immensen Förderungsmillionen verweist, die das Theater, das Beethovenorchester und das Kunstmuseum alljährlich von der Stadt erhalten. Über 60 Millionen Euro fließen jährlich in Bonn in die Kulturförderung.

„Unsere klare Sprache zeigt offenbar Wirkung. Der Begriff der Hochkultur als Abgrenzung zur Alltags- und Populärkultur ist nun mal ein soziologischer Begriff und für das Verständnis der Bürger sehr griffig“, sagt SSB-Vorsitzender Michael Scharf. Im Übrigen habe natürlich auch der SSB festgestellt, dass sich das Beethovenorchester unter Kaftan den Bonner Bürgern geöffnet habe, beispielsweise mit den Brings-Konzerten oder Oper-Air-Auftritten. Aber vielleicht sei das ja auch nötig. „105,5 Orchesterstellen und 14 Büroangestellte sind schließlich eine Ansage. Größere Orchester leisten sich in Deutschland nur sechs Städte“, so Scharf. Selbst das Mozarteumorchester in Salzburg habe nur 91 Musiker – und Salzburg werbe im Internet mit dem Slogan „Hochkultur so weit das Auge reicht“.

Und deswegen werde der SSB diesen Begriff weiterverwenden, auch um darauf aufmerksam zu machen, dass die Stadt Bonn für die Hochkultur und da vor allem für die Oper unverhältnismäßig viel Geld ausgebe. „So lange der Generalintendant in einer öffentlichen Veranstaltung sinngemäß sagen kann, dass er gar nicht einsehe, die vom Stadtrat verlangten 3,5 Millionen Euro einzusparen, weil das den Bonner Haushalt auch nicht rette – und genau das hat Herr Helmich bei einer SPD-Podiumsdiskussion im Dezember getan – solange werden wir immer wieder den Finger in die Wunde legen“, sagt Scharf.