Der Steilpass – August 2015

PSB Glosse
Der Steilpass im August 2015
Eine Glosse von Siegbert Heid

Sehr gefreut hat mich die Zuschrift meines Lesers Clemens. Er würde, gäbe es die Möglichkeit, meine Steilpässe abonnieren. Das ist ermutigend.

Uns Männern ist bekannt, Vollgas vor dem Tanz, hebt die Stimmung und den [Piep], na, Sie wissen schon. Nicht so bei Jürgen Alzen, Rennfahrer in der VLN-Langstreckenmeisterschaft. Vor dem 5. Lauf auf dem Nürburgring haderte er mit einer Entscheidung des Veranstalters, Geschwindigkeitsbeschränkungen auf dem Ring einzuführen. „Wo wir früher mit 325 km/h drüber genagelt sind, sollen jetzt 250 genug sein. Ich bin keine Conchita-Bockwurst und steige aus“. Die Nachricht mit der Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer Rennstrecke passt eigentlich zum 1. April, stammt aber vom Juli 2015. Das ist einmal mehr so irre, dass man es festhalten muss, auch wenn ich mit denen, die im Kreis herum fahren, nichts gemein habe.

Die Zeit ohne Fußball ist keineswegs die Zeit ohne Komik. Um nicht missverstanden zu werden, erzähle ich erst einen Witz: Ein Rabbi und ein Pfarrer sitzen zusammen im Flugzeug. Die Stewardess bietet ein Glas Whisky an, das der Rabbi dankend annimmt. Der Pfarrer aber lehnt ab und sagt: „ Vielen Dank, aber als Vertreter des katholischen Glaubens darf ich weder Alkohol trinken, noch Geschlechtsverkehr ausüben“. Daraufhin ruft der Rabbi die Stewardess noch einmal zurück und sagt: „ Verzeihung Madame, ich wusste nicht, dass ich die Wahl hatte“. Vielleicht vermag ich meinen NSA-Überwacher damit am ehesten von meinen friedlichen Absichten zu überzeugen.

Da die Fußballersprache gelegentlich militärisch ist ( Kanone oder „Deutsche Panzer“, wenn in italienischen Gazetten von der National-„Mannschaft“ die Rede ist etc. ) und mein Ami im Zweifelsfall von Fußball keine Ahnung hat, ist der Hinweis notwendig, um nicht in einem Foltergefängnis zu landen. Es zeigte sich, da ist man schneller drin, als man auf drei zählen kann.

Bedingt durch die Julihitze sendete der SWR folgenden Verkehrshinweis: „Die Autobahn zwischen Karlsruhe-Durlach und Karlsruhe-Rüppurr ist in beiden Richtungen wegen Durchfalls gesperrt“. Rüppurr ist mitnichten durchfallanfällig. Ich kenne mich da aus, weil ich in Rüppurr aufgewachsen bin. Vergeblich hatte ich auf einen erklärenden Hinweis gehofft. Hoffentlich hat sich das inzwischen bei den Betroffenen geregelt.

Ins Schwitzen kam jüngst eine Nachwuchsjournalistin des WDR. Ihr war die Aufgabe übertragen worden, über den jüngsten Campingbericht der Landesregierung einen kleinen Bericht zu machen. Den brachte sie. Der Moderator unterbrach sie nicht. Das verunsicherte sie. Sozusagen als Praline in ihrem Bericht sagte sie zum Schluss: „ Und ein Camper kam aus der Karibik“. „ Wie, ist der mit dem Wohnwagen gekommen ?“, quälte sie der Moderator, bevor der diensthabende Regisseur sie mit Musik und Verständnis aus der Schusslinie brachte. Die werden vielleicht nicht Freunde fürs Leben.
Wie nahe wir Badener dem guten Essen verpflichtet sind, zeigte ungewollt jüngst der Sportredakteur des Freiburger „Stadtkuriers“. Die Frage „Wer wird Champion ?“ geriet ihm zur Frage: „Wer wird Champignon ?“

Was man alles mit Floristinnen machen kann, fand dagegen die „Passauer Neue Presse“ heraus. Sie titelte „Blumenkästen mit Floristin bepflanzt“. Alles aber übertraf der „Sonntag Aktuell“ mit seiner Erläuterung zum Sommer: „ Die Sonne drückt wie ein weiches Kopfkissen auf die trockene Haut der Großstädte. Die Menschen verspeisen Sommergerichte wie Ziegenkäse und Melonensalat, die reptiliengleich in den Verdauungstrakt kriechen – ein, zwei Drinks später stolpert das Gericht hinterher.“ Ich bin sicher, dass der Erfinder dieses herrlichen Blödsinns seine Drinks vor dem Ziegenkäse in den Verdauungstrakt kriechen ließ.

Mut macht uns Franz Beckenbauer, auch an kompliziertere Begriffe heranzugehen. So beschäftigte er sich mit den Begriffen Liebe und Zuneigung. „ Liebe ist das Höchste, das man bekommen kann. Die kriegt er (Guardiola), wenn er Titel holt. Falls er keine holen sollte, wird aus Liebe Zuneigung“. Wer unter meinen Lesern stellt den Antrag an die Dudenredaktion, diese Definition aufzunehmen ? Was Guardiola allerdings geritten hat, für katalanische Separatisten zu werben, ist mir nicht geläufig. Er weiß, dass das von der spanischen Verfassung her nicht möglich ist. Was soll dann das Getue um populistische Affekthascherei?

Andere versuchen, mit den Begriffen „größer“ und „ansteigend“ fertig zu werden. Das ist dem Redakteur der „Sachsenheimer Zeitung“ allerdings nicht gelungen. „ Es ist festzustellen, dass der Anteil der Älteren in der Gesellschaft größer wird, während der Anteil der Jüngeren steigt“. Statistik habe ich während des Studiums immer gern gemacht. Aber alle Kunststückchen versagen beim Versuch, dem Satz einen Sinn zu geben. Knapp daneben liegt auch die „Hörzu“ mit ihrer Behauptung: „ Als Landeshauptstadt ist Kassel die drittgrößte Stadt in Hessen“. Mit einer weiteren Sottise verlassen wir Hessen: Beim Festessen für Elisabeth II. war ein Gang dem „Duett vom Kalb“ gewidmet. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die haben das Kalb stereo hineingeschaufelt.

Unübersichtlicher wird die Situation bei der Fifa. Jetzt wird die Nachfolge Blatters erst Ende Februar 2016 geregelt. Die UEFA wollte das im November klären, die Afrikaner nicht. Da scheint die Zeit zu kurz für gewinnbringende Geschäfte zu sein. Verhaftungen führender Fifa-Funktionäre in Bolivien oder Absagen aus Brasilien für die gerade zu Ende gegangene Exekutivratssitzung aus Furcht vor Überstellungen von der Schweiz in die USA, erhellen, warum man die Fifa jetzt im US-Senat offiziell ein „ Mafiaähnliches Verbrechersyndikat“ nennt.

Der frühere Fifa-Vizepräsident Jeffrey Webb, Chef des Fußballverbandes für Nord-und Zentralamerika sowie für die Karibik, angeklagt wegen Betrug und Geldwäsche, wurde jetzt gegen eine Kaution von 10 Millionen US-$ frei gelassen. Die hat er ganz locker aufgetrieben. Er und seine Frau mussten die Pässe abgeben und dürfen sich nicht weiter als 32 km vom Wohnort (bei New York) entfernen. Möglicherweise kooperiert er mit der Anklagebehörde. Kooperiert der noch im Kittchen befindliche Marketingdirektor Aaron Davidson ebenfalls mit der Anklagebehörde, dann kann es eng werden für Sepp Blatter.

Nun erreicht uns die Nachricht, dass die Chinesen auch einmal eine Fußball-WM ausrichten wollen. Sie steuern 2026 an. Wie man das dann finanziell regelt, können sie alsbald mit Webb, Davidson und Co. besprechen. Die haben dann die gleiche Adresse, nämlich die eines US-Kittchens. Das finde ich ungemein reizvoll.

Der andere Verein, der gründlich durchleuchtet werden müsste, ist das IOC, spätestens nachdem jetzt die Entscheidung für die Winterspiele 2022 für Peking ausfiel. Ich kenne Peking. Die nächste Erhebung ist die ca. 80 km entfernte chinesische Mauer. Die Entscheidung ist ein Witz. Gleichwohl wäre Alma Ata in Kasachstan als Alternative politisch auch nicht gerade eine strahlende Alternative gewesen. Sportlich könnte man nichts dagegen sagen.

Spaß macht uns als Beobachter auch unser Alpen-Varoufakis (der Seehofer Horst) und seine Blaskapelle (CSU). Mussten sie jüngst ihre Noten zur „Wut über die verlorene Maut“ wieder einsammeln, so zeigten sie jetzt Trotz bei der Verteilung des anfallenden Atommülls. Obwohl sie am meisten produziert haben, weigern sie sich, auch nur ein Gramm zurück zu nehmen. Das sollen die auf sich nehmen, die bisher keinen Atommüll produziert haben. Das sei nur gerecht in der Verteilung. Angesichts dieser Chuzpe bleibt auch mir die Spucke weg. Wie man es macht, macht man es falsch. „ Griechenland macht Circus“, so der Horst. Prompt wies ihn Roncalli-Direktor Bernhard Paul in die Schranken: „ Was in Griechenland geschieht, ist genau das Gegenteil von einem guten Circus“.

Nach der Mautpleite wurde er nun vom Bundesverfassungsgericht wegen des Betreuungsgeldes abgewatscht. Die Karlsruher Richter haben ihm sein liebstes Spielzeug genommen. Leider müssen wir davon ausgehen, dass einer, der so daneben liegt, noch viel Ärger bereiten wird. Sein Ritter von der traurigen Gestalt (Dobrindt) startete jüngst ein Ablenkungsmanöver. Mit tief betrübtem Gesicht, einer dicken Hornbrille aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, schaute er unbewegt in die TV-Kamera. Angezogen hatte man ihm einen mittelhellen grauen Anzug mit breitem Revers und weißen Karostreifen. Peter Frankenfeld trat vor 60 Jahren so als clowniger Unterhalter vor die Kameras. Ausdruckslos verkündete er ein Straßenförderprogramm von 2,7 Mrd. €. Hauptgewinner – wen wundert es – ist Bayern. Die sahnen ca. 25 % ab. Hauptverlierer ist – wen wundert es – NRW mit schlappen 128 Mill.€, d.h. weniger als 5 %. Das war Polit- Komik vom Feinsten.

Sie tricksen, wo sie können.

Dai Bin hat mich auf eine neue Geschäftsidee gebracht. Er ist Chef der staatlichen Tourismusakademie in Peking. Er nennt zwei Kuckucksuhren sein eigen. „ Eine habe ich mir auf meiner ersten Deutschlandreise gekauft. Die zweite haben mir neulich meine Kinder mitgebracht.“ 2014 reisten ca. 110 Mill. Chinesen ins Ausland. Davon sind mindestens 1 Million nach Deutschland gekommen. Bringt von denen jeder 10. eine Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald nach Hause, dann sind das gut 100.000 gewesen, mit steigender Tendenz. Deshalb meine Frage an meine Karlsruher Kumpels: Schaut doch bei Euren Ausflügen zu Schwarzwälder Golfplätzen einmal nach den Uhrenmanufakturen in der Nähe. Gibt es eine als Aktiengesellschaft oder eine, an der man Anteile erwerben könnte ? Das ist doch eine sichere zukunftsorientierte Sache. Dai Bin geht davon aus, dass 2020 mehr als 200 Millionen Chinesen andere Länder überfluten. Welches Rechenmodell legen wir dann zugrunde ? Na also !

Nun sind vier Bank-Manager von SalOppenheim wegen Betrugs verurteilt worden. Einer muss sogar für 2 ½ Jahre in den Bau. Ein Witz ist das Eigentumsverhältnis. Inzwischen gehört die Bank der Deutschen Bank. Und dort sitzen Ganoven, die keinen Deut besser sind, eher schlimmer. Haben die Oppenheimer um Millionen betrogen, so zahlen die Deutsche Bank Verantwortlichen inzwischen mehr als 3 Milliarden Euro an Strafen. Und das mitten in Europa. Wo liegt da noch der Unterschied zur bandenmäßigen Kriminalität ?

Gelegentlich zwinkert auch der Fußball durch die Zeilen der Gazetten. Sie werden vor der Saison gefüllt mit Transferinformationen, wer mit wem und wie man beim Gesundheitscheck in letzter Minute durchfällt. Perfekt ist inzwischen aber der Wechsel des niederländischen Nationalspielers Robin van Persie von Manchester United zu Fenerbahce Istanbul. Dabei gibt uns Fenerbahce-Präsident Yildirim einen Einblick, wie arbeitsintensiv das Geschäft ist: „ Wir haben sehr hart dafür gearbeitet. Wir erhielten fünf Faxe, haben sechs gesendet. Schließlich war es fertig“. So schwierig habe ich es mir nicht vorgestellt.

Im eigentlich völlig überflüssigen Supercup gewann der VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München nach Elfmeterschießen mit 5 : 4. Es war ein gutes Spiel. Witzig war danach die Antwort Boatengs auf die Frage des Reporters, was passierte, nachdem man bis zur 89. Minute geführt hatte ? Boateng ganz trocken und analytisch einwandfrei: „ Da haben die anderen ein Tor geschossen“.

Siegbert Heid, 02.08.15

Der Steilpass – Juli 2015

PSB Glosse
Der Steilpass Mai – Juli 2015
Eine Glosse von Siegbert Heid

Es gibt die Slapsticks des Alltages, der Politprofis, der hauptberuflichen Komiker, der Fußballer und der Journalisten. Ein Beispiel der ersten Kategorie wurde mir jüngst erzählt: Ein Cousin der Braut ist zur Hochzeit eingeladen. Er bringt seine Freundin mit. Sie wiederum spricht eine Anwesende mit den Worten an: „Sie sind sicher die Mutter der Braut ?“ „ Nein“, lautete die Antwort, „ ich bin die Schwester“. Da will man doch sofort im Boden versinken.

Mit einer irren Geschichte hat sich nun auch Velpke, eine Gemeinde in Niedersachsen in Erinnerung gerufen. Kriminelle haben den massenhaften Diebstahl von Gartenmöbeln aus Privatgrundstücken vorbereitet. Um sie schnell abzufahren, stellten sie dieselben ordentlich an den Straßenrand. Oma Diederichsen beobachtete das und glaubte an den Sperrmüll anderntags. Flugs stellte sie ihre alten Sessel dazu. Vor so viel Chuzpe flüchteten die Ganoven und ließen alles stehen.

Unter den Politprofis bekomme ich immer Gänsehaut, wenn Frau v.d. Leyen mit schneidender Stimme und einer Frisur, gegen die ein Stahlhelm eine wachsweiche Mütze ist, Unsinn verkündet. Jüngst erklärte sie, dass das neue Raketenabwehrsystem „ eine offene Systemarchitektur“ haben wird. Da bist Du fertig mit der Welt. Oder der Unterrichtsbeauftragte Laschet: Er ist hauptberuflich Fraktionsvorsitzender der CDU im NRW-Landtag. Er hat Klausuren verloren. Mir nichts, Dir nichts hat er aus seinem Notizbuch Noten vergeben, bevor das Notizbuch auch auf unerklärliche Weise unauffindbar wurde. Dummerweise hat er aber auch 7 Studenten Noten vergeben, die an der Klausur gar nicht teilnahmen. Das ist Realsatire vom Feinsten.

Locker wird er aber übertroffen vom Kapellmeister (Horst Seehofer) der Trachtengruppe Süd (CSU), bei der das „C“ inzwischen für Comedy steht. Horst hat die Maut erfunden. Sein Notenmeister Dobrindt muss nun die Notenblätter wieder einsammeln. Die Mautmelodie wird spätestens nach der nächsten Bundestagswahl vergessen sein. Ich bin aber erwartungsfroh über das nächste krumme Ding, das der Horst in Sorge um seine bayerische Stammtischhoheit sicher bereits vorbereitet hat. Aus seiner engsten Umgebung hört man, dass er jetzt die Maut für Ausländer auf deutschen Datenautobahnen fordern will.

Verdient gemacht um den Sozialkundeunterricht in Deutschland haben sich nun auch
Ex-Bundespräsident Köhler, Ex-Bundeskanzler Schröder und Ex-Innenminister Schily. Statt die Avancen des Kasachstan-Diktators Nasarbajew als politische Ungeheuerlichkeit von Anfang an zurück zu weisen, verhedderten sie sich in kleinkarierten Geldverhandlungen. Die ohnehin überversorgten Politpensionäre schaffen es, die Politikverdrossenheit ungemein zu erhöhen. Was soll ein Sozialkundelehrer seinen Schüler erzählen, wenn es um derartige Charaktere der politischen Klasse geht ? Das ist nun nicht mehr lustig, muss ich aber festhalten, weil ich frei nach Max Liebermann – 1933 anlässlich des Marsches der Nazis durchs Brandenburger Tor – „ gar nicht soviel fressen kann, wie ich kotzen möchte“.

Auf europäischer Bühne läuft auch eine spannende Geschichte. In einer Karikatur fahren drei Männer mit Kutten auf zwei Motorrädern. Links fährt der „Bandido“ und rechts auf einer Maschine mit Seitenwagen sieht man die Kutten Tsirpas und Varoufakis. Mit letzteren hat die IWF-Chefin Lagarde jüngst die Geduld verloren. Sie wolle zukünftig nur noch mit Erwachsenen reden, meinte sie genervt nach einem Gespräch mit den beiden Griechen. Das hatten die auch so im Sinn. Als europäische Seriensieger in den Disziplinen Steuervermeidung und Nichteinhaltung von Verabredungen haben sie Lagarde geschafft. Jetzt gehen sie an die schwierigeren Brocken Merkel und Schäuble.

Dazu muss man wissen, dass in der griechischen Alltagssprache die Aussage: „ Nur der Dummfranke zahlt“ den Westeuropäer meint. Schon einmal, im Jahr 48 v.Ch. standen die Athener auf der falschen Seite. In der Schlacht von Pharsalos zerschlug Cäsar die von Pompeius geführten senatorischen Legionen Roms. Cäsar fragte die Griechen, wie oft der Ruhm ihrer Ahnen sie noch vor der Selbstzerstörung retten sollte ? Gegen Cäsar lässt sich viel sagen, aber von Griechen verstand er was.
Dagegen kommen die Kabarettisten Schmickler, Becker etc. einfach nicht an.
Sehr gut gefallen mir auch Rechenbeispiele und geographische Hinweise von Journalisten und ihre lustigen Sätze, wenn sie etwas verkürzt zusammen stellen wollen. Dazu zwei Beispiele: Das Delmenhorster Kreisblatt schreibt über einen Tretbootverleih: „ Eine halbe Stunde kostet fünf Euro, 30 Minuten acht Euro“. Oder die Kieler Nachrichten: „ Hanna will ein Kind. Ihr Freund Jan überredet sie, es zuerst mit einem Hund zu versuchen“.

Auch gegen die Gags im Fußball haben sie schlechte Karten. Interpol hat jetzt die Kooperation mit der FIFA gekündigt. Die FIFA unterstützte mit 20 Mill. € ein Projekt gegen Wettbetrug. Nachdem nun eine Reihe von FIFA-Funktionären selbst auf den Fahndungslisten steht, macht das Projekt den Kriminalisten keinen Spaß mehr. Das ist Karikatur pur. Einmal wollte Walter De Gregorio, der Sprecher des zurück getretenen, aber noch amtierenden FIFA-Präsidenten lustig sein. Im Schweizer Fernsehen witzelte er: „ Der FIFA-Präsident, sein Kommunikationschef und der Generalsekretär sitzen in einem Auto. Wer fährt ? Die Polizei“. Der humorlose Blatter hat ihn sofort entlassen.

Es waren spannende Monate. Neben den Verhaftungen in Zürich, erlebten wir die erneute Wahl Blatters, dann wenige Tage danach seinen Rücktritt und jetzt womöglich den Rücktritt vom Rücktritt, weil die Kontinentalverbände, außerhalb Europas im FIFA-Sumpf suhlend, sich darin äußerst wohl fühlen. Blamabel und peinlich dabei ist das Verhalten des UEFA-Präsidenten Platini. Von ihm kommt nichts. Das ist kein Wunder, erhielt sein Sohn nach der Wahl Quatars mit der Stimme Platinis von den Scheichs eine hoch dotierte Stelle im dortigen Staatsfonds. Sie stellt die Verbindung zu Paris St. Germain her. Nachdem der Verein im Fußball mit Geld zugemüllt wurde, erweitern die Scheichs ihre Anstrengung, indem sie das gleiche Verfahren nun auch im Handball anwenden.

Leider vermissen wir vom DFB jede Kontur und Führungsverantwortung als der Welt größtem Fußballverband. Das ist peinlich. Nun bereiten sich die FIFA-Bosse auf eine juristische Schlacht vor, nachdem sie die erste Bataille verloren haben. Amerikanische Star-Strafverteidiger, die eine Million Franken Vorschuss verlangten und erhielten, sind in Stellung gebracht . Bei ihren Stundensätzen von 1000 Franken sollen sie die FIFA-Bosse vor Auslieferung und Strafen bewahren. Das wird sehr spannend werden. Ob das Schauspiel ein Drama oder eine Satire wird, ist noch nicht entschieden.
Fußball wurde auch gespielt. Gerade haben sich die U-21 Nationalmannschaft und die Frauen für Olympia 2016 qualifiziert.

In der Champion’s League gewann erwartungsgemäß der FC Barcelona gegen Juventus Turin in einem der besten Spiele der letzten Jahre. Das Halbfinale Madrid vs. Turin( 1 : 1) erlebten wir am Strand in Gran Tarajal mit vielen anderen. Nach dem 1 : 0 für Real sprang die eine Hälfte der Zuschauer begeistert auf und feierte das Tor. Den Ausgleich feierte dann die andere Hälfte. Das waren die Barca-Anhänger. Ronaldo und Bale sind nicht das erste Mal eingeknickt. Die Preisschilder an den Trikots mit den dreistelligen Millionenzahlen wirken deshalb eher peinlich. Für Madrids Sportzeitung „Marca“ war es das „Fiasko des Jahrhunderts“, obwohl wir noch 85 Jahre vor uns haben. In der EuroLeague gewann der FC Sevilla. Damit gingen beide Titel auf europäischer Ebene nach Spanien.

In Deutschland musste sich der FC Bayern mit dem Meistertitel begnügen. Zusätzlich gewann die Damenmannschaft des Vereins ebenfalls den Titel. Als Pokalmeister grüßt in diesem Jahr der VfL Wolfsburg. Wurde in der abgelaufenen Saison in der Champion’s League, insbesondere von München und Dortmund respektabel gespielt, gibt es für deutsche Teams in der EuroLeague doch einigen Nachholbedarf.

Vorbildlich waren einmal mehr auf internationalem Parkett die deutschen Damen. Die Frankfurterinnen gewannen die Champion’s League im Finale gegen Olympique Lyon mit 2 : 1.
Einige schöne Bemerkungen habe ich mir notiert. So lehrte uns Béla R. während des CL-Finals: „ Es gibt viele Fußballer, die gewinnen nie die Champion’s League“. Das hat mich umgehauen. Auch zum Begriff der Effizienz gab er uns eine Hilfe: „ Lichtsteiner (Juve) schlägt die meisten Flanken. Das hat aber noch zu keinem Tor geführt“. Nach einem wegen Handspiel nicht anerkannten Treffer von Neymar erklärte er uns: „ Das war zwar Hand, aber Hand ist beim Fußball nicht gleich Hand.“ Da hätte er die Abseitsregel gleich mit einbringen können: „ Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“. Für die Nachspielzeit zeichnete er ein neues Bild: „ Barca wechselt noch einmal, um Zeit von der Zeit zu nehmen“. Das habe ich anschließend tagelang versucht. Wer das kann, möge es mir bitte beibringen. Dann fand er zum inzwischen 37-jährigen Andrea Pirlo (Juve) berufsbefähigende Hinweise zu dessen Zukunft: „ Andrea ist ein Weinbergbesitzer, ein Lebemann. Er könnte Werbeträger sein für ein Bestattungsunternehmen“.

Mit dem Aufstieg Darmstadts in die 1. Bundesliga hat eigentlich niemand gerechnet. Dazu meinte die FAZ, den Komfort für die Fußballer anspielend: „ Die Gästekabine wird die Edelkicker in der Republik das Fürchten lehren“. Leider hat es der KSC in der Relegation gegen den HSV nicht geschafft. Schiedsrichter Gräfe war in seinem Bemühen erfolgreich, mit einem „nicht gerechtfertigten Freistoß“ (FAZ), den HSV in die Verlängerung und dann zum Sieg zu bringen. Man muss allerdings selbstkritisch sagen, dass der KSC den Aufstieg zwei Wochen vorher verpasst hat. Auf eigenem Platz verlor er mit 0 : 1 gegen Darmstadt.

Emotional berührend war das Pokalfinale das Wolfsburg gegen Dortmund 3 : 1 gewann. Jürgen Klopp verabschiedete sich. Die Fans aus Dortmund und Wolfsburg ließen ihn hoch leben. VW-Chef Winterkorn sagte ein cooles Wort nach dem Spiel: „ Große Spieler entscheiden große Spiele“, d.h., wer viel Geld verdient, soll das in einer Stresssituation bitte schön auch beweisen.
Originell fand ich auch Ralf Rangnick. Er suchte für seine Leipziger Limotruppe Red Bull einen Trainer. Nun hat er ihn gefunden: Ralf Rangnick. Bei Erfolglosigkeit in der nächsten Saison werden wir vor einem Novum stehen: Der Sportdirektor Ralf Rangnick entlässt den Trainer Ralf Rangnick. Das gab es noch nie.

In diesem Sinne Ihr Siegbert Heid, Ende Juni 2015

Der Steilpass – Mai 2015

PSB Glosse
Der Steilpass im Mai 2015
Eine Glosse von Siegbert Heid

Wie sagte vor vielen Jahren Norbert Dickel (BVB) nach Mitspieler Frank Mills Schuss an den Pfosten bei völlig leerem Tor ? „ Der ist mit allen Abwassern gewaschen“. Er wollte damit den Grad seiner Überraschung ausdrücken. Nicht minder war meine am Ostermontag, als der Moderator in WDR 2 den Übergang von seinem Swingerclub zum Sport mit der Bemerkung fand: „ Nichts muss, aber alles kann“. Noch überraschter dürfte das Paar in Schwäbisch-Gmünd gewesen sein, nachdem der Eintritt in den Ruhestand des Mannes in einem Artikel gewürdigt wurde. Nur die Überschrift in der „Gmünder Tagespost“ löste größte Heiterkeit im Ort aus. Es war da zu lesen: „ Seitdem kann er viel Zeit seinem Hobby widmen – Vögeln.“

In der Champion’s League dagegen hielten sich die Überraschungen in Grenzen.
Das 0 : 0 zwischen Atletico de Madrid und Real Madrid war das Ergebnis eines von Ellbogenchecks geprägten Spiels. Atleticos argentinischer Trainer Sirmeone gab vorher mit dem Hinweis „Una noche para heroes“ ( Eine Nacht für Helden) die Richtung vor. Bereits nach 2 Minuten, 40 Sekunden tobte Sirmeone am Spielfeldrand und zeigte dem Schiri, dass er schon dreimal falsch entschieden habe. Das ist bei ihm nicht ungewöhnlich und regt auch niemanden auf. In dieser Zeit fordert er sonst gemeinhin schon mindestens die 10. gelbe Karte für den Gegner. Der Preis der Eintrittskarte müsste eigentlich um einen „Trainerentertainmentzuschlag“ erhöht werden. Sirmeone tanzt dabei einen Tango-Rock. Vergleicht man damit den Bayern-Pep (Guardiola), dann ist dessen Darbietung eher ein Menuett von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Pep kann aber auch anders. Im Rückspiel gegen Porto tanzte er so intensiv, dass ihm die Naht an der rechten Hose riss. Das Bild brachte jede Zeitung.

Reporter Fuss verdanken wir von diesem Spiel eine neue medizinische Entdeckung. Er wies nämlich darauf hin, dass beide Teams ihren Mannschaftsgenen entsprechend spielten. Das ist insofern interessant, als ich nicht wusste, dass es zumindest bei Fußballspielern auch ein gemeinsames Gen verschiedener Personen gibt. M.E. sollte Fuss sein Forschungsergebnis schleunigst der Polizei oder mindestens dem amerikanischen Abhördienst weiter geben.

Atleticos Mandzukic, wahrlich kein Kind von Traurigkeit, teilte heftig aus. Reals Rampensau Sergio Ramos ging das dann doch zu weit. Er holte kurz mit dem Ellbogen aus und feuerte denselben auf dessen Auge, ihm eine heftig blutende Platzwunde zufügend. Aber das Spiel ging einfach weiter.

Nun stehen sechs Schiedsrichter auf und um den Platz. Alle diese Knalltüten haben scheinbar dieses Foul nicht gesehen, obwohl der Torrichter keine 1,20 Meter entfernt stand. Nach Behandlung kam M. wieder rein, beschimpfte fortan Schiedsrichter und alle Gegenspieler, die bis Drei nicht das Weite suchten. Besonders pikant war dann die gelbe Karte gegen M. Einmal blieb auch er in einem Zweikampf fair. Der Schiri konnte sich das nicht vorstellen, pfiff und gab ihm obendrein die gelbe Karte. Reporter Fuss betete, dass Sirmeone ihn endlich herausnähme. Tat der aber nicht. Insofern war M. bis kurz vor Schluss eine Bedrohung für den Schiri, für Reals Spieler und für sich selbst. M. arbeitete aktiv an seinem Platzverweis. Der Schiri verweigerte ihm aber die Rolle des Märtyrers in diesem Spiel.

Reporter Fuß fasste zusammen: „ Da haben einige zuviel aus dem Eimer mit hormongetränktem Blut getrunken. In so manchen Zweikämpfen wurde von der Schusswaffe Gebrauch gemacht“. Daneben spielte man sogar noch Fußball. Das war eine Darbietung auf drei Ebenen: Es wurde Fußball gespielt. Darüber hinaus zeigte man die unterschiedlichen Arten, wie mit dem Ellbogen der Gegner niederstreckt wird. Obendrein war der Schiri mit seinen fünf Trotteln noch vom vorher im spanischen TV gesehenen Märchen „ Ich bin der Hase, ich weiß von nichts“ so eingelullt, dass er nichts wahrnahm.

Wäre das bei einem Lokalderby in Istanbul passiert, hätten wir jetzt dort Bürgerkrieg.

Die Bayern waren in Porto überfordert ( 1:3). Gegen eine aggressive Mannschaft, die sich sofort in jeden Zweikampf stürzte, unterliefen Xabi Alonso, Dante und Boateng Anfängerfehler, die zu drei Gegentoren führten. Das 6 : 1 in München glich allerdings einer vollständigen Rehabilitation.

In der Euro-League wurde Wolfsburg bei der 1:4 Heimspielniederlage gegen den SSC Neapel regelrecht vorgeführt. Bei Neapel funktionierte an diesem Abend einfach alles. Die Abwehr hatte – Viererkette – keine Probleme, weil die ca. 15 Meter vor ihr agierende zweite Viererkette die Wolfsburger zu unendlichem Querspiel veranlasste. Ich bin überzeugt, dass in der Hilflosigkeit darüber, welchen Querpass sie noch spielen sollten, manche Wolfsburger gar nicht mehr wussten, wo eigentlich das gegnerische Tor stand. Mit Neapels Passgenauigkeit und Treffsicherheit konnte man einfach nicht mithalten. Dazu spielte Neapel außerordentlich fair.

Sprachliche, oft kurzlebige Trends habe ich immer wieder kritisch erwähnt. Ohne Sprachpurist zu sein, bin ich z.B. froh, dass die einst modische Fußballerantwort: „ Ja gut…“ kaum noch benutzt wird. Nun gibt es aber einen neuen Trend. Den hat einer angefangen und andere plappern einfach nach. Sagt ein Journalist „ Danke“ für ein Interview, antwortet z.B. Sportdirektor Sammer (FC Bayern M.) inzwischen mit „Gerne“, statt beim bewähren „Bitte“ zu bleiben.

Gerade Sammer lässt immer wieder aufhorchen. Nach einem Spiel auf die Verletzten angesprochen, verwies er auf die Gesunden und meinte: „Jetzt müssen die die Kohlen aus dem Feuer holen“. Ich glaubte bisher in meiner Einfalt, man müsse Kohlen ins Feuer geben, damit es richtig brennt und Eisen aus dem Feuer nehmen. Jetzt erst sagt mir der Sammer, dass es genau anders rum geht.

An das Gerücht, Tuchel ginge nach Hamburg, habe ich nie geglaubt. Er macht sich doch nicht zum Spielzeug des Milliardärs Kühne. Einleuchtender ist die nun offizielle Entwicklung. Nach Jürgen Klopps Abschied vom BVB am Ende der Saison, wird T. Nachfolger in Dortmund. Es war auch außerhalb des Spielfeldes spannend in diesen Wochen. In Hannover musste der Trainer aufhören, in München der Vereinsarzt.

München war der Schauplatz für den Krieg der Alphatiere. Mit Guardiola (G) kam der spanische Hochadel an den bayerischen Hof. Dort war Vereinsarzt Müller-Wohlfahrth (MW) seit Jahrzehnten eine Institution. G. wollte M-W., den er zu seinem Stab zählte, auch im Training immer um sich haben. Dieser Rangordnung entzog sich M-W. Er verwies auf seine ca. 5 km nur entfernte Praxis.

Dann wurde die Situation mit Thiagos Verletzung angeheizt. Denselben verpflichteten die Bayern für über 40 Mill. € vom FC Barcelona. G. wollte ihn oder sonst keinen. Statt ihn nun von M-W heilen zu lassen, schickte G. den Spieler nach Barcelona, zum Vereinsarzt des dortigen Clubs. Das war alles andere als eine friedensfördernde Maßnahme. Zu allem Elend verletzte sich Thiago erneut, was wiederum M-W nicht unkommentiert ließ.

Wie so oft stolpert ein Kriegführender über einen Nebenkriegsschauplatz. Xabi Alonso im Stil eines Altherren-Ü-45, Dante mangels Technik und Boateng mangels seiner Brille, als er einen Kopfball unterlief, lieferten die Gegentore in Porto. Da wird dann wie in der Politik die Schuldfrage gestellt. Rummenigge, das dritte Alphatier, war bei der Bestellung von M-W als Vereinsarzt in den Siebzigern schon aus Altersgründen nicht beteiligt, wohl aber bei der Entscheidung für Guardiola. Alphatiere stellen nun ungern ihre eigene Entscheidung infrage. Deshalb konnte G. für die Niederlage nicht verantwortlich sein. Mit Blick auf die Reihe mit den anderen Verletzten war es zwangsläufig, dass M-W in diesem Machtkampf die Arschkarte gezogen hatte. Er war schuld. Das erklärte R. beim abendlichen Bankett in Porto. Wie einst der römische Kaiser Konstantin d. Gr. gegenüber seinem unterlegenen Konkurrenten Maximinus, überließ R. dem Arzt die Wahl seiner Hinrichtung. M-W erklärte formvollendet seinen Rücktritt und war aus dem Spiel. Wie sagte einst Turnvater Jahn ? „ ein guter Abgang ziert die Übung“.

G. hatte großes Glück in diesem Spiel, weil er mit dem 6:1 Sieg das Halbfinale erreichte. Ein Ausscheiden hätte ihn in eine sehr desolate Situation mit ungewissem Ausgang gebracht. Als einst Trainer Klinsmann zu den Bayern kam, ging M-W. Als Klinsmann gegangen wurde, kam M-W wieder. Das spannende Schauspiel ist noch nicht zu Ende.

Im Pokalviertelfinale konnten sich die Bayern einmal mehr auf die Schiedsrichter verlassen. In der Verlängerung rammte Bayerns Thiago im Stil eines Kickboxers Leverkusens Kiesling mit dem Schuh ca. zwei Meter über der Grasnarbe. Das muss Rot geben. Nicht aber gegen den FC Bayern. Kiesling musste verletzt raus, stand beim 11-m-Schießen nicht zur Verfügung und der Ersatzspieler schoss den entscheidenden Elfer zu schwach für Neuer. Schon im Punktspiel davor stand Lewandowsky beim 1 : 0 gegen Frankfurt im Abseits. Darüber sah die Schiedsrichtergilde aber großzügig hinweg.

Ich war gespannt, ob ich das noch erlebe, dass diese Bevorzugung endlich einmal ein Ende hat. Im Pokalhalbfinale habe ich es erlebt. Mein Schiedsrichterheld Gagelmann entschied, zweimal, den Bayern keinen 11-m zu schenken. So kam es gegen Dortmund zum ShowDown, den der BVB 1 : 3 gewann, weil die Bayern ihre vier Elfmeter allesamt nicht im Tor unterbrachten. Das ist das Verrückte am Fußball. Es kann die insgesamt bessere Mannschaft ausscheiden. Leider soll Gagelmann am Ende der Saison seine Pfeife an den berühmten Nagel hängen.

Hoffen wir, dass das Pokalfinale BVB vs. Wolfsburg im Mai ein großes Spiel wird.

Siegbert Heid, Anfang Mai 2015

Der Steilpass – Januar 2015

PSB Glosse
Der Steilpass im Januar 2015
Eine Glosse von Siegbert Heid

Zum Jahresende bekam ich einige Post aus der Reihe meiner Leserinnen und Leser. Neben der Hoffnung, auch weiterhin mit den Sottisen derjenigen versorgt zu werden, die sich für besonders wichtig halten, wird mir auch für den Spaß gedankt, die CSU und ihre Führungskräfte immer wieder vorgeführt zu haben. Dabei wird überraschend direkt von badisch über rheinisch bis hessisch die Mundart am heimatlichen Herd verteidigt. Außergewöhnlich fand ich den Neujahrsgruß einer Freundin. Sie schickte ihn mit einem Foto von Harald Juhnke und dem Zitat: „ Ich hasse Sylvester. Da saufen auch die Amateure.“  Auf diesem Wege nochmals vielen Dank.

„ Alles Gut? Oder hast Du Rücken?“, fragte mich dieser Tage meine Frau anzüglich, weil sie weiß, dass mir die SMS-Sprache recht zuwider ist. Sie sah mich etwas unrund gehen. „Nein, ich habe Arsch“, antwortete ich recht drastisch, weil die Muskulatur links nun die Unannehmlichkeiten bereitet, wie ich sie rechts vor einem halben Jahr hatte. Bis auf dieses Malheur sind die Heids gut ins Neue Jahr gestartet. Wir haben es nämlich geschafft, allen salbungsvollen Weihnachts- und Neujahrsansprachen aus dem Weg zu gehen. Das ist ja gar nicht so einfach. Mich ärgern die Sprüche, die da abgelassen werden. Gerade wenn man sich z.B. zum Ehrenamt äußert und dieselbe Person tatsächlich ihre völlige Gleichgültigkeit in dieser Frage wenige Monate vorher einem gegenüber demonstriert hat, habe ich mit diesen scheinbar hehren Floskeln meine Probleme. Dabei habe ich dies mit der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erlebt, was für mich persönlich besonders bitter ist.

Es gibt für mich staatlicherseits noch zwei weitere Rituale, die ersatzlos gestrichen werden müssen. Das ist einmal bei besonderen Begräbnissen das Richten der Kranzschleife. Es spielt sich immer nach demselben Schema ab. Hilfskräfte tragen den Kranz an die vorgesehene Stelle. Dort liegt er dann vorbildlich mit Schleife. Danach treten Politikerinnen/er – alle ohne Ausnahme – an den Kranz heran und rücken die schon mustergültig liegende Kranzschleife noch einmal mustergültig zurecht. Dann verbeugen sie sich, zählen still stehend bis 10, manchmal bis 12, wenn es sich um einen besonders wichtigen Verbliebenen handelt und treten zur Seite. Das löst bei mir stets Schreikrämpfe aus.

Das andere Unsinnsritual ist das Abschreiten einer Front von Soldaten bei einem Staatsbesuch. Da läuft einer wie in Karnevalsuniform mit Degen, Florett, Säbel oder Krummschwert im Stechschritt neben Gast und Gastgeber/in her. Diese verbeugen sich ein wenig gegenüber den in Reih und Glied stehenden Soldaten und gehen von dannen. Was soll das inhaltsleere Korsett internationaler Etikette ? Es verletzt m.E. die Menschenwürde, die armen Kerle stundenlang vorher stramm stehen zu lassen, damit sie ja nicht zu spät dran sind.

Kurz vor Weihnachten mussten die Fans von Joe Cocker und Udo Jürgens Abschied nehmen. ARD und ZDF hatten in kürzester Zeit beachtliche Nachrufe zusammen gestellt. Besonders interessant war der Bericht einer Rundfunkreporterin. In ihrer Würdigung wies sie darauf hin, dass die jüngste der unehelichen Töchter von Udo „ im Rahmen einer Autogrammstunde gezeugt wurde“. Flugs bin ich die Liste meiner Freundinnen, Freunde und Bekannten durchgegangen, um zu prüfen, ob jemand bald eine Autogrammstunde gibt. Leider vergeblich. Ich hätte nämlich gerne gewusst, wie man das in der Praxis macht und gleichzeitig Autogramme gibt.

Da Weihnachten noch nicht so weit zurück liegt, halte ich noch drei kleine Geschichtchen in Erinnerung:

a) Es unterhalten sich zwei Freundinnen. Berichtet die eine: „ Gestern war ich mit meinem Mann auf dem Weihnachtsmarkt.“ Fragt die andere: “ Und, bist Du ihn losgeworden?“

b) Ein Ehepaar unterhält sich. Der Ehemann fragt: „ Schatz, was wünschst Du Dir zu Weihnachten ?“ Sie: „ Die Scheidung !“ Darauf er: „ Soviel wollte ich eigentlich nicht ausgeben.“

c) Am 2. Weihnachtsfeiertag übernahm um 12.00 in WDR 2 Heike Knispel die Moderation. Der vorige Moderator fragte noch, was bei ihr auf dem Gabentisch lag. „ Eintrittskarten für ein Konzert, eine CD, Eierwärmer…“ „ Oh“ unterbricht er sie, „ da hat er sich aber gefreut !“ „ Nein“, antwortete sie schlagfertig, „die eignen sich nur für die Eier auf dem Frühstückstisch“.

Tiefsinnig war der Satz von Sportdirektor Heindl (FSV Mainz), nach dem in letzter Sekunde wegen eines Tores des Münchener Spielers Arjen Robben mit 1 : 2 verlorenen Spiels: „ Es war ein netter Abend, bis zur letzten Minute.“

Mehr Einblick in seine Denkungsweise verdient Thomas Eichin, Sportdirektor bei Werder Bremen: „ Ich mache mir immer Sorgen. Und wenn ich morgens aufwache und mir nach einer Stunde keine Sorgen mache, dann mache ich mir Sorgen, warum ich mir keine Sorgen mache.“ Der Mann hat es wirklich nicht leicht.

„ Die Jungs wollen, aber sie können nicht wie sie müssen.“ Das war keine Klage der Lebensabschnittsgefährtinnen Dortmunder Spieler, sondern von Trainer Klopp. Die Strapazen und Verletzungen wirken sich jetzt dramatisch aus. Drücken wir dem BVB die Daumen, dass er in der Winterpause die Erholung erfolgreich nutzt.

Viel Geld ausgeben musste Marco Reus, Spieler von Borussia Dortmund. Die 90 Tagessätze bei vermuteten € 6.000.- Verdienst nach Steuern am Tag summierten sich auf stattliche  540000.- Bei einem Tagessatz mehr wäre er vorbestraft. Staatsanwaltschaft und Gericht waren noch in einem anderen Punkt überaus milde. Sie bewerteten lediglich die Einzelfälle, bei denen er ohne gültigen Führerschein erwischt wurde. Sie ließen den jahrelangen Vorsatz, wissend mit einem gefälschten holländischen Führerschein gefahren zu sein, außer Acht. Das ist keine Dummheit, wie Reus es hinstellt, sondern ein kriminelles Vergehen. Jeder andere Bürger wäre nicht ohne Bewährungsstrafe und hoher Geldsumme weggekommen. Ich verstehe nicht, warum dem 25-jährigen weder die Eltern, noch die Berater, noch der Verein Einhalt geboten haben. Mir scheint, der Fisch stinkt vom Kopf.

Bleibt noch die Vorbildsfrage. Kein Berufener als Bundestrainer Löw, der gerade seinen Führerschein wegen ständigen Rasens verlor, erklärte im Sommer, als der Dortmunder Großkreutz in eine Hotellobby pinkelte: „ Nationalspieler sind in ganz besonderem Maß Vorbilder, auch neben dem Platz“. Die Frage lautet deshalb nicht, ob Reus – auch Rolls Reus genannt – aus dem Weltmeisterteam fliegt, sondern nur noch wie lange.

Sportkamerad Kruse, Borussia Mönchengladbach, wurde nicht zur WM mitgenommen, weil er bei einem Auswärtsspiel der Nationalmannschaft eine Dame davon überzeugen konnte, mit ihm nächtens auf seinem Zimmer seine Briefmarkensammlung anzusehen. Das haben welche beim sittenstrengen DFB offensichtlich missverstanden.

Wer eine Dauerkarte in Frankfurt hat, kann sich glücklich schätzen. Es gibt sensationelle Spiele mit vielen Toren zu sehen. Dabei geben die Frankfurter auch bei einem Rückstand nicht auf. Jüngst schafften sie es gegen Hertha BSC Berlin, in der 90. und 92. Minute, einen
2 : 4 Rückstand in ein 4 : 4 umzubiegen. „ Das kostet verdammt viel Nerven“, stellte Trainer Schaaf fest. „Es ist nicht der Gedanke des offensiven Fußballs, sich so in der Defensive zu verhalten. Das müssen wir uns an die eigene Backe nageln.“ Diese Art der Selbstverstümmelung scheint mir doch zu weit zu gehen.

Eindeutig zu weit gehen aber amerikanische und britische Zyniker, die den „Darwinschen Preis“ verleihen. Er gebührt denen, die sich durch eigene Dummheit selbst auslöschen. Dabei zählt ausdrücklich nicht, wer sich beim Entsichern einer Waffe selbst erschießt. Das wird als bedauerlicher Unfall gewertet. Zur Crème de la Idiotie (www.darwinawards.com/rules) zählen z.B. der Dieb, der das Stahlseil eines Aufzuges entwenden wollte, dabei aber unversehens in die Tiefe rauschte, weil er sich in demselben befand, als er das Kabel durchtrennte. Die gleiche „Ehre“ wurde einem anderen auch zuteil. Er hatte eine Briefbombe mit zuwenig Porto versehen. Die Sendung kam deshalb zurück. Dann hatte er das Kuvert selbst geöffnet.

Britische Wissenschaftler haben inzwischen festgestellt, dass der Männeranteil unter den „Preisträgern“ bei 89 % liegt. Auch wenn ich für diese Art von Awards nicht infrage komme, bestätigt die Zahl eine Grundüberzeugung meiner Frau. Sie ist nach dem jahrzehntelangen Zusammenleben mit mir zur Einsicht gekommen, dass der männliche Teil der Menschheit der doofere sei. Dagegen kommt man nicht an.

Auch der Wintersport geizt nicht mit Sottisen. Aus Gröden berichtete der Reporter, dass der Österreicher Baumann in der Abfahrt „ mit dem letzten Hemd angekommen sei.“ Dem war nicht so. Ich versichere, er hatte noch seinen Skianzug an.

Auch schön war der Hinweis, dass der Schweizer Carlo Janka sich durch seinen Materialwechsel eine neue Herausforderung gesucht habe. Er hat genau das Gegenteil getan. Mit neuem Skifabrikat wollte er schneller fahren, um nicht mit den alten Ski der Herausforderung durch die schnelleren Kollegen begegnen zu müssen.

Klasse war auch das Einfühlungsvermögen in die Denkweise des Österreichers Hannes Reichelt. Da wir Zuschauer das nicht wissen können, erzählte uns der Reporter, Reichelt denkt an einer bestimmten Stelle während der Abfahrt: „ Hoppla, da sind ja die Kamelbuckel; also bin ich in Gröden“. Ich versichere allen, falls Skikamerad Reichelt überhaupt etwas gedacht hat, dann an etwas anderes.

Auch dem Sieger im Super-G von Gröden, Jansrud aus Norwegen, wurde der Berichterstatter nicht gerecht. „ Er schleicht sich an das Tor heran“. Dabei wurde zufällig gerade die Geschwindigkeit mit 112 km/h gemessen. Da schleicht niemand mehr.

In diesem Sinne grüße ich alle Leserinnen und Leser ganz herzlich
und wünsche allen nach Möglichkeit die Erfüllung ihrer Wünsche
und guten Vorsätze
Ihr
Siegbert Heid

 

Der Steilpass – Dezember 2014

PSB Glosse
Der Steilpass im Dezember 2014
Eine Glosse von Siegbert Heid

Nach meinen höllischen Schmerzen, die der Ischiasnerv in den rechten hinteren Gesäßmuskel bohrte, bin ich durch Gymnastik und Muskeltraining soweit, dass ich mich wieder normal setzen kann. Was das heißt, weiß ein Moderator des WDR 2. Er stand seine drei Stunden Moderationszeit vor dem Mikrofon, weil das Sitzen aus demselben Grund zu schmerzhaft war. Ich kann jetzt auch besser empfinden, wenn Fußballer sich stundenlang in der „Muckibude“ um den Aufbau ihrer Muskeln quälen.

Gleichwohl gibt es bei der Trainingsquälerei Momente, die unsäglich komisch sind.
An einem Nachmittag trainierte ich neben einer Kleingruppe von drei Damen, die sich kannten. Die eine (A) in meinem Alter (72), die andere (B) einiges jünger, die Dritte kurz vor dem 80.Geburtstag. Dame A einigte sich mit Dame B, dass es angesichts des jüngsten Weltraumunglücks mit einer Rakete, die später Abenteurer in den Weltraum befördern soll, tollkühn sei, sich für eine Reise ins Weltall anzumelden, zumal sie nicht unter 250.000 US-$ zu haben sei. Da schaltete sich die mit Krückstock älteste Dame (C) ein und verkündete allen Ernstes: „ Das ist nichts für mich, ich habe nämlich Höhenangst.“ Ich konnte einen Lachbrüller nur deshalb verhindern, weil ich mich gleichzeitig auf die Verhinderung einer dadurch ausgelösten Flatulenz konzentrieren musste. So eine Story kann man nicht erfinden. Deshalb muss man sie aufschreiben.

Das Hohe Lied auf tapfere Frauen singt man jetzt im Ruhrgebiet. Zwei Vermummte stürmten dieser Tage eine Trinkstube und riefen „Überfall“. Die Verkäuferin rief zurück: „ Wat is – ich geb Euch Überfall ! Ihr kriegt jetzt gleich was auf die Fresse“. Dazu kam es nicht. Die Vermummten flüchteten.

Ein anderer Irrer, Jeffrey Fowle, US-Bürger, wollte in einem Nachtclub der nordkoreanischen Hafenstadt Chongjin eine Bibel hinterlassen. Dort war man so verunsichert, dass die Polizei gerufen wurde, die ihn folgerichtig festnahm. Was soll eine nordkoreanische Prostituierte mit einer amerikanischen Bibel, haben die sich gefragt. Man hat ihn jetzt nach Hause geschickt. Die Amis sollen sich um ihre Irren selbst kümmern.

Und noch ein unfreiwilliger Gag, der nicht verloren gehen darf: Vor kurzem stoppten in Köln vier SEK-Beamte einen Taxifahrer. Wegen eines Amokalarms in einem Gymnasium wollten sie mit ihrem Dienstwagen zum Tatort rasen. Ihr Jeep vertrug aber das Fahren nicht. Er war zwar nicht von der Bundeswehr, blieb aber trotzdem stehen. Deshalb wurde das Taxi „polizeipflichtig“ gemacht. Die € 15,40 hatten sie aber nicht dabei. Hoffentlich hat die Verwaltung das inzwischen ausgeglichen.

Ausgleich von der Bundesliga sucht der BVB in der Champion’s League. Das 4 : 1 gegen Galatasaray qualifizert die Dortmunder vorzeitig für das Achtelfinale. Auffällig wurden nicht nur türkische Hooligans, die Pyromaterial verschossen. Auffällig war auch die Tätowierung eines türkischen Spielers. Er hatte seine Trikotnummer 26 am Hals eingebrannt. Das ist vernünftig. Das ist nämlich die beste Methode, damit man sie nicht vergisst.
Auch Bayer Leverkusen steht nach dem 2 : 1 Sieg in Petersburg vor dem Einzug in die nächste Runde.

Den haben auch die Bayern geschafft. Die römischen Truppen (AS Roma) verloren in Bajuwarien mit 2 : 0. Torwart Neuer war bis auf eine Doppelszene so unterbeschäftigt, dass Belá Rhéthy ihm verständnisvoll bescheinigte: „ Neuer hätte dem erkrankten Robben einen Kamillentee zubereiten können.“ Für die Bayern war das Spiel nicht mehr als eine verschärfte Trainingseinheit.

Ihr Bundesligaspiel gegen Mönchengladbach eine Woche zuvor war ähnlich. Das verführte  den Moderator zu einem neuen Wort: „ Das Publikum im Borussia Park ist ein wenig rediert.“ Er meinte wohl sediert. Damit begab er sich auf Rhéthy-Terrain. Unter den Fußballreportern sind ihm die meist falsch benutzten Begriffe aus der Medizin vorbehalten.

Ich will nicht in das allgemeine Loblied über Xabi Alonso einstimmen. Aber es ist doch sehr bemerkenswert, wie unauffällig und kraftschonend er Anlaufstelle im Mittelfeld ist. „Spielen und gehen, spielen und gehen“, sei sein Motto, meinte ein Bewunderer am Mikrofon. Dabei steigerte er sich in der Beschreibung, er sei „Gott der kleinen Dinge und das mit soviel Stil.“

Der 5. Spieltag in Champion’s League und EuroLeague war eine Katastrophe. Alle verloren. Lediglich Mönchengladbach kam mit einem 2 : 2 gegen Villareal nach Hause. Besonders dämlich stellten sich die Leverkusener an. Auf die gleiche Art und Weise wie in Monaco verloren sie nun gegen denselben Gegner erneut mit 0 : 1. Mit einem Torverhältnis von 2 : 1 haben die Monegassen inzwischen acht Punkte !! erzielt.

Dagegen war der 6. Spieltag wieder erfolgreich. Alle 6 Vereine qualifizierten sich für die nächste Runde. Besonders glücklich waren die Wolfsburger in Lille. Sie gewannen zwar mit
3 : 0. Das Ergebnis hätte aber genau so gut 0 : 3 lauten können. Ein schier verzweifelnder Reporter quälte sich zur Aussage: „ Die Wolfsburger laden die Franzosen mit Blumen und Tischkärtchen an die gedeckte Tafel.“

Nach der Auslosung für die Frühjahrsspiele werden sich allerdings die deutschen Teams etwa zur Hälfte verabschieden. Bayern München spielt gegen Schachtjor Donezk, Borussia Dortmund gegen Juventus Turin, Bayer Leverkusen gegen Atlético Madrid, Schalke 04 gegen Real Madrid und in der EuroLeague spielen Borussia Mönchengladbach gegen Sevilla und VfL Wolfsburg gegen Benfica Lissabon.

Gleichwohl bleibt uns der Tanz der Trainer am Spielfeldrand erhalten. Am schönsten sind die Aufführungen von Münchens Guardiola. Seine Soli gleichen denen eines Matadors im Stierkampf. Es fehlt nur noch die Abschlusspirouette auf Zehenspitzen. Der Dortmunder Klopp tanzt völlig anders. Nach einem Tor seiner Mannschaft setzt er zu einer Polka an, an deren Ende seine fiktive Tanzpartnerin tot am Boden liegt.

Viel feiner geht Trainer Gertjan Verbeek auf die Belastung der Trainer ein. „ Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen: Ich wäre 100 geworden, aber ich war Trainer in Nürnberg.“

Zum Schluss seien noch einige Helden aus der Mathematik zitiert:
GDL-Chef Weselsky: „An einem Streiktag sind 3000 Mitglieder unterwegs. Wenn wir drei Tage streiken, sind das 9000; Aufdruck auf einem Bleistift der Fa. Faber: „ 20 x 20 = 200“;
Auf einem Gutschein der Stadtbücherei Bad Oeynhausen: Kostenlose Monatskarte (3.-€).

Bei allen Lesern bedanke ich mich für ihre Geduld. Allen wünsche ich ein gesundes, friedliches und erfolgreiches 2015
Ihr
Siegbert Heid