SSB: SSB kritisiert scharf die geplanten Bäderschließungen

Pressemitteilung vom 15.04.2015

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SSB kritisiert scharf die geplanten Bäderschließungen
Lob für den Verzicht auf die Sportstättennutzungsgebühr

Der Stadtsportbund Bonn begrüßt die Ankündigung der Ratskoalition aus CDU, Grünen und FDP, die von der Verwaltung vorgeschlagene Sportstättennutzungsgebühr nicht einzuführen. Stattdessen sollen sich die Vereine an der Pflege der Sportstätten beteiligen. „Der Sport in Bonn hat immer gesagt, dass er zusammen mit der Verwaltung und den politischen Parteien aktiv die Zukunft der Stadt mitgestalten will. Dieses Ziel wollen wir auch weiter verfolgen. Dafür ist die Zusage, auch weiterhin keine Sportstättennutzungsgebühr zu erheben, ein gutes Zeichen“, sagt SSB-Vorsitzender Michael Scharf.

Der SSB lehnt allerdings die Pläne der Ratskoalition entschieden ab, mit dem Melbbad, dem Ennert- und dem Friesdorfer Bad drei Freibäder zu schließen und zudem das Kurfürstenbad ab 2017 dicht zu machen, sofern bis dahin kein anderer Betreiber gefunden werden kann. Die Verwaltung will durch diese Schließungen 1,3 Millionen Euro einsparen. „Das Kurfürstenbad in Bad Godesberg ist für die dortigen Schulen, Vereine und Bürger unverzichtbar. Viele Godesberger Schüler werden künftig keinen Schwimmunterricht erhalten können, da der Anfahrtsweg zum nächsten Hallenbad viel zu weit sein wird. Eine Aufgabe des Kurfürstenbades kommt nach Auffassung des Stadtsportbundes daher nur in Frage, wenn die Überlegungen, ein Kombibad neu zu bauen, realisiert werden können“, so SSB-Finanzfachmann Achim Dehnen. „Im Wasserflächenvergleich mit den 6 vergleichbar großen NRW-Städten läge Bonn nach der Aufgabe des Kurfürstenbades mit

207 Bürgern pro Quadratmetern Hallenbad-Wasserfläche noch hinter Duisburg und Gelsenkirchen auf dem letzten Platz.“

Ähnlich stuft der SSB die Situation bei den Freibädern ein. „Durch Halbierung der Bonner Freibadwasserfläche sollen offenbar Fakten geschaffen werden, ohne den ehrenamtlichen Fördervereinen und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren. Mindestens bis 2016 müsste man ihnen Zeit geben, Möglichkeiten zu finden, durch Maßnahmen der Effizienzverbesserung „ihr“ Bad vor der Schließung zu retten“, so Dehnen.

Alle diese den gesamten Bäderbereich betreffenden Ankündigungen sind nach Ansicht des SSB nicht bürgerfreundlich, zumal die Jamaika-Koalition in anderen, viel kostenintensiveren Bereichen nicht so deutlich sparen will. So soll das Theater Bonn mit Oper und Schauspiel seinen Etat ab 2020 nur um 3,5 Millionen Euro reduzieren (der Verwaltungsvorschlag betrug 8 Millionen Euro). Auffällig dabei: Von den gerade einmal 106.000 Besuchern (Halbjahresbericht) war nicht einmal ein Drittel „Vollzahler“. Auf Deutsch: Mehr als zwei Drittel der Besucher zahlten vergünstigte Eintrittspreise oder erhielten Freikarten. Dabei wurde das Theater bei seinem geringen Kostendeckungsgrad (errechnet 14% in 2011/12, offiziell „schamhaft“ nicht ausgewiesen!), sogar noch unterboten vom Kunstmuseum. Diese Bonner Einrichtung, die im städtischen Sparkatalog gar nicht erst auftaucht, mit 7 Mio € Zuschussbedarf in 2015 aber teurer ist als alle Bonner Hallen- und Freibäder zusammen (5,8 Mio €), kommt sogar nur auf 5,7% Kostendeckungsgrad! Zum Vergleich: Die Tageseinrichtungen für Kinder erreichen knapp 61% Kostendeckung.

Angesichts dieser Zahlen lässt sich von einer Priorität für Kinder und Jugendliche in der Bonner Haushaltswirklichkeit wirklich keine Spur finden“, sagt Achim Dehnen. „Und das hat nichts damit zu tun, dass der Sport irgendetwas gegen die Bonner Hochkultur hat. Das sind schlichte Haushaltszahlen und damit Fakten.“

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