SSB: Nächste Ziele: Sportkataster, Sportentwicklungsplan und Bäder

Pressemitteilung vom 19. Mai 2015

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Nächste Ziele: Sportkataster, Sportentwicklungsplanung und Bäder
Francisco Lahora mit Hannelore-Kendziora-Ehrenpreis ausgezeichnet

Auf den Stadtsportbund Bonn (SSB) kommt in den kommenden zwölf Monaten viel Arbeit zu. „Wir fordern den Sportdezernenten auf, endlich mit den Arbeiten zur Aufstellung des vom Rat beschlossenen Sportkatasters zu beginnen und anschließend den lange versprochenen Sportentwicklungsplan anzugehen. Nur so lässt sich eine verantwortungsvolle und bedarfsorientierte Sportstättenplanung zum Wohle der Stadt vorantreiben“, sagte der SSB-Vorsitzende Michael Scharf am Montagabend auf der ordentlichen Mitgliederversammlung 2015 im Haus der Stadtwerke. „Und das Thema Bonner Bäder wird uns wohl ohnehin noch die nächsten Jahre, ganz stark aber in den nächsten Monaten beschäftigen.“

Scharf forderte den im September zu wählenden neuen Oberbürgermeister auf, den Sport in Bonn auch zur Chefsache zu machen. „Sport ist gelebte Kinder- und Jugendförderung, ist Gesundheitsförderung, Inklusion und Integration, Sport ist Breite und Spitze und vieles mehr. Um dies gemeinsam in und mit der Stadt Bonn zu leben, benötigen wir viel mehr Unterstützung aus den städtischen Ämtern und feste Ansprechpartner beispielsweise im Jugend-, Gesundheits- und Schulamt sowie im Städtischen Gebäudemanagement. Diese alle an einen runden Tisch zu bekommen, wird nur gelingen, wenn sich der neue OB verpflichtet fühlt, eine verantwortungsvolle Rolle beim Bonner Sport einzunehmen.“

Zuvor hatte Dr. Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender des Landessportbundes NRW und Bonner Bürger, den Kurs des Bonner Stadtsportbundes nachhaltig unterstützt. „Der Bonner Sport hat in den letzten drei Jahren viele Schlagzeilen geschrieben, die sogar bundesweit Beachtung fanden. Auch wenn dabei das falsche Bild entstanden ist, der Sport sei auf einem Kreuzzug gegen die Kultur, hat der SSB alles richtig gemacht. Er hat in Bonn Veränderungen erwirkt, Verantwortung übernommen und eine Stimme in der Öffentlichkeit bekommen. Und er ist mit der Einstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers konsequent den richtigen Weg weitergegangen: Nachhaltige politische Arbeit ist heutzutage allein im Ehrenamt nicht zu bewältigen.“

Dass der SSB so erfolgreich ist, begründet sich für Niessen auch in der Form der Darstellung. „Der SSB hat Haushaltszahlen und Fakten in Bonn bekannt gemacht, die der Bonner Bürger normalerweise nie erfahren hätte. Er hat ganz viele anschauliche Kuchen- und Balkendiagramme zur Verteilung der städtischen Ausgaben erarbeitet und veröffentlicht und damit den Bürgern mit objektiven Zahlen die Augen geöffnet.“ So müsse der SSB auch in Zukunft arbeiten, denn der Schuldenstand der Stadt Bonn werde trotz aller Bemühungen auch in Zukunft noch weiter steigen.

Er empfahl dem SSB die Konzentration auf eigene Stärken, denn schließlich sei der Sport Motor einer erfolgreichen Stadtentwicklung. Allein in Bonn sei er mit seinen 382 Vereinen (incl. der Betriebssportgemeinschaften) und den knapp 80.000 Mitgliedern die größte Mitgliedsorganisation. Und damit auch von großem wirtschaftlichen Einfluss: Bundesweit würden vier Prozent des Bruttosozialprodukts im Sport erwirtschaftet – etwa genau so viel wie in der Versicherungsbranche. „Die sportbezogenen Einnahmen des Staates übersteigen bei weitem die sportbezogenen Ausgaben. Das gilt auch für die Städte“, sagte Niessen, der sich auf eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums berief.

Über die übrigen Stärken des Sports, die zum Nutzen jeder Stadt und ihrer Bevölkerung seien, könne man ohnehin nicht hinwegsehen. Der Sport sei in der Sozial- und Gesundheitspolitik nicht wegzudenken, sei bei über 50 Prozent der Offenen Ganztagsschulen beteiligt und bei der Integrations- und Flüchtlingspolitik ein wichtiger Teil der Willkommenskultur. Und dass sich Bürger auch durch Erfolge im Spitzensport mit ihrer Stadt identifizieren (siehe beispielsweise die Basketballer der Telekom Baskets), sei auch nicht ernsthaft zu bestreiten.

Auch aus diesem Grund riet Niessen dem SSB, weiterhin selbstbewusst gegenüber den Parteien und der Stadtverwaltung aufzutreten. Vor allem hinsichtlich der vom Land gezahlten Sportpauschale in Höhe von jährlich 860.000 Euro riet er dem SSB nachzuhaken, ob sie denn auchdem Sport zugutekäme oder in allgemeinen Haushalt verschwinde. „Damit sollten auch keine Schulturnhallen saniert werden. Diese Kosten werden durch die vom Land gezahlte Schulpauschale bezuschusst.“

Nach Niessens Gastvortrag und den Vorstandsberichten arbeiteten die Delegierten angesichts der erfolgreichen Arbeit des SSB – trotz des städtischen Sparhaushalts stieg der Sportförderbetrag auf 1,3 Millionen Euro – die Tagesordnung dieser Mitgliederversammlung zügig ab. Für den Anfang des Jahres ausgeschiedenen 2. Vorsitzenden Rainer Wolff, der die auch vom SSB unterstützte Bürgerinitiative „Bonner Bürger wehren sich“ initiierte, wurde Ute Heid neu in den geschäftsführenden Vorstand gewählt. In ihre Position der Breitensportbeauftragten rückt Heiko Fleck in den erweiterten Vorstand nach, der bisher beim SSB die Arbeitsgemeinschaft Fußball mit großem Erfolg leitete.

In Gedenken an seine Ehrenvorsitzende Hannelore Kendziora, die im Januar im Alter von 90 Jahren verstorben war, verlieh der SSB erstmals den Hannelore-Kendziora-Ehrenpreis. Er soll künftig jährlich an einen Sportler gehen, der sich in besonderem Maße im Jugendsport engagiert. Erster Preisträger ist Francisco Lahora vom 1. FC Bonn 06. „Wer als Jugendlicher jedes Jahr mehr als 100 Fußballspiele in der Kreisliga und den Jugendklassen pfeift, wer gleichzeitig eine Jugendmannschat trainiert und im Fußballkreis den gesamten Spielbetreib der Mädchenmannschaften organisiert und zudem als Jugendvertreter in den Verbandsgremien sitzt, hat diesen Preis in hohem Maße verdient“, lobte Michael Scharf den 19-Jährigen.

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