SSB: Es geht um den Fortbestand des Bonner Sports

Pressemitteilung vom 26. Januar 2016

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Scharf: „Es geht existenziell um den Fortbestand des Bonner Sports“
Außerordentliche Mitgliederversammlung am Aschermittwoch

Die Entscheidung der Stadtverwaltung, bis Mitte Juni dieses Jahres weitere Bonner Sporthallen, darunter alle Mehrfachhallen, in Flüchtlingsunterkünfte umzuwandeln, wird nachhaltig das soziale Gefüge in Bonn schädigen. „Ich glaube, der Oberbürgermeister und seine Verwaltungsspitze sind sich der Tragweite gar nicht bewusst, was in Bonn passiert, wenn sie ihre Pläne mit dieser einseitigen Belastung der Bonner Sportvereine und der Bonner Schulen umsetzen. Die gesamte Arbeit der Vereine wird mit einem Schlag kaputt gemacht. Es wird Jahre brauchen, bis sich die Vereine davon wieder erholen“, sagt der SSB-Vorsitzende Michael Scharf.

Angesichts der unveränderten Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und der damit verbundenen anhaltend hohen Zahl an Menschen, die ab dem Frühjahr voraussehbar wieder weiter steigen wird, sieht der SSB noch deutlich höhere Belastungen auf die Bonner Vereine zukommen. „Der Oberbürgermeister hat die Zahlen bis Mitte Juni hochgerechnet. Und dann? Dann hat die Stadt immer noch keine Alternativlösungen und belegt weitere Hallen. An diesem Punkt haben wir weitergerechnet. Und weil Bonn dann nur noch kleine Sporthallen hat, in denen nur wenige Flüchtlinge unterzubringen sind, sind dann spätestens im Oktober alle Bonner Hallen belegt“, so Scharf.

Der SSB fordert daher Politik und Verwaltung noch einmal eindringlich auf, alle nur denkbaren Möglichkeiten zur Flüchtlingsunterbringung in Erwägung zu ziehen. Der SSB ist überzeugt davon, dass das in Bezug auf die ehemaligen Bundes- und Landesimmobilien noch nicht in ausreichendem Maße geschehen ist. Und er fordert die Bonner Parteien auf, entsprechenden Druck auf die Verwaltung auszuüben. „Es ist nicht zu verstehen, dass erst jetzt die Bonner Hotels angeschrieben werden und nachgefragt wird, ob Kapazitäten bestehen. Es ist ebenso nicht zu verstehen, dass erst jetzt die Eigentümer größerer Grundstücke angeschrieben werden, ob dort Container aufgestellt werden können. Und erst recht ist nicht zu verstehen, dass man die Bürger noch nicht eindringlich befragt hat, ob sie bereit seien, privaten Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen“, so Scharf. Vielleicht müsse die Stadt nur mal einen Blick in Richtung Rhein-Sieg-Kreis und Wachtberg werfen, wo das vorbildlich passiere. Scharf: „Schließlich hört die Hilfsbereitschaft nicht abrupt an der Godesberger Stadtgrenze zu Wachtberg auf.“

Gleichzeitig fordert der SSB die Stadt auf, den von den Schließungen betroffenen Vereinen Alternativen aufzuzeigen. Warum hat die Stadt noch nicht alle Privatschulen befragt, ob dort nicht am Nachmittag und Abend und vor allem am Wochenende für den Wettkampfbetrieb Hallenzeiten zur Verfügung stehen? Warum hat man noch nicht untersucht, ob es in anderen städtischen Gebäuden größere Säle oder Hallen gibt und in denen man alles von Judo bis Entspannungsangebote ausüben kann? Man kann auch in einem der rund 40 städtischen Museen in einem Nebenraum zehn Bilder abhängen, um übergangsweise einen Bewegungsraum einzurichten.

Warum überlegt man nicht, Traglufthallen aufzubauen? Nicht zur Unterbringung von Flüchtlingen, aber zumindest. Um darin Sport zu treiben. „Auch wenn all diese Vorschläge Geld kosten, ist das immer noch besser als die gewachsene Vereinsstruktur der Stadt zu vernichten“, sagt Scharf. „Aber die Stadt glänzt durch Nichtstun. Es gibt keine kreativen Vorschläge.“

Und der SSB fordert die Stadt auf, alle Kosten zu ersetzen, die durch die Nichtnutzung der Hallen entstanden sind oder entstehen werden. Es muss selbstverständlich sein, dass Vereine, die für ihre Sportgruppen andere Räumlichkeiten anmieten müssen, hierfür entschädigt werden. Auch muss sich die Stadt Gedanken machen, wie sie damit umgeht, dass Vereine ihre Trainer und Übungsleiter kündigen müssen. Und sie muss sich Gedanken machen, dass in manchen betroffenen Vereinen die Mitglieder scharenweise austreten. In diesen Fällen erwartet der SSB die Kompensation der Kosten. „Das sind Peanuts im Vergleich zu jenen 1815 Euro, die die Stadt pro Monat und Person nach eigenen Angaben für die Unterbringung eines Flüchtlings in einer Sporthalle ausgibt“, sagt Scharf. Sollte die Stadt ihre Pläne umsetzen und bis Juni 3.300 Plätze in Sporthallen zur Verfügung stellen, sind das rund 6.000.000 Euro im Monat – die ganz sicher anfallenden Kosten zur Sanierung der Hallen noch gar nicht eingerechnet.

Der Stadtsportbund hat für Aschermittwoch um 19 Uhr seine Vereine ins Clubhaus der Bonner THV zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Eingeladen sind auch der Oberbürgermeister und Vertreter der Parteien. Der SSB ist dabei gespannt, ob sich die Verwaltungsspitze der Empörung der Bonner Vereine aussetzen wird. Unabhängig davon fordert der SSB seine Mitgliedsvereine auf, mit ihren örtlichen Ratsmitgliedern Kontakt aufzunehmen und ihre Situation zu schildern.

„Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem es existenziell um den Fortbestand des Bonner Sports geht. Wir und unsere Vereine müssen uns wehren. Und ich schließe dabei alle Schüler mit ein, deren Sportstunden auf lange Zeit ausfallen“, so Scharf.

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