SSB: Die Stadt setzt die falschen Prioritäten

Pressemitteilung des Stadtsportbundes Bonn vom 04.06.2014

Icon of PM SSB Bäderschließung Vom 4.6.2014 PM SSB Bäderschließung Vom 4.6.2014 (139.9 KiB)
Die Stadt setzt falsche Prioritäten
SSB-Vorsitzender Michael Scharf: In Bonn sollte jedes Grundschulkind schwimmen lernen

Der Stadtsportbund Bonn sieht in der Tatsache, dass in diesem Sommer wegen Personalmangels nacheinander das Hardtbergbad und anschließend das Melbbad geschlossen werden sollen, ein grundsätzliches Problem bei der Stadt Bonn. „Wir haben gerade erlebt, dass es gerade im Schwimmbad schnell um Leben und Tod gehen kann. Warum wird dann gerade auf dem Bereich der Bäder das Personal so
knapp gehalten, dass gerade einmal der kleinstmögliche Sicherheitsstandard erreicht wird?“, fragt SSB-Vorsitzender Michael Scharf. „Seit Jahren ist der Verwaltung das Problem der fehlenden Fachkräfte bekannt.“

Für den SSB ist die jetzt aufgetretene Misere auch eine Frage der Prioritäten und Wertschätzung, die dem Sport an dieser Stelle in unserer Stadt nicht in ausreichendem Maße gewährt wird. „Es ist ja bekannt, dass der Kämmerer den Rotstift schneller bei Sparmaßnahmen in Schulen oder bei der Sanierung von Sportstätten zückt als etwa bei den Kulturausgaben“, sagt Scharf.

Scharf verweist als Beispiel auf das Beethovenorchester. Schon vor Jahren hatte der Rat aus haushaltspolitischen Gründen eine Abschmelzung von 106 auf 100 besetzte Musikerstellen beschlossen. Nach lauten Klagen von Generalmusikdirektor Stefan Blunier wurde die Reduzierung vom Rat für dessen Vertragslaufzeit bis 2016 ausgesetzt – in nichtöffentlicher Sitzung. „Verwaltung und Politik müssen endlich erkennen, dass für die Stadt in ihrer bunten Vielfalt die einseitige Ausrichtung auf die Hochkultur ein falscher Weg ist“, sagt Michael Scharf.

Unabhängig von dieser politischen Frage fordert der Stadtsportbund die Stadt auf, schnellstmöglich Konsequenzen aus den jüngsten Badeunfällen zu ziehen. „Für uns in Bonn muss der Anspruch gelten, dass jedes Bonner Kind im Grundschulalter schwimmen lernt. Wir brauchen ein flächendeckendes
Ausbildungssystem mit ausreichendem Schwimmunterricht in Schulen und Schwimmkursen in Vereinen“, sagt Michael Scharf. Mittlerweile geht man in Deutschland davon aus, dass fast jeder dritte Grundschüler nicht ausreichend schwimmen kann.

Der Stadtsportbund fordert die Stadt zudem auf, Ausbildungsplätze für Fachangestellte für Bäderwesen anzubieten, um langfristig Personalengpässe zu vermeiden. Der SSB wird bei seinen Vereinen dafür werben, diese Ausbildung anzutreten. Auch eine bessere und intensivere Zusammenarbeit der Stadt mit den
lokalen Schwimmvereinen, auf dem Hardtberg beispielsweise mit dem SC Hardtberg, zum Wohle des jeweiligen Standorts erscheint dem SSB sinnvoll und möglich.

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