SSB: Der Schwimmunterricht muss in Bonn garantiert bleiben

Pressemitteilung vom 5. März 2015

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Der Schwimmunterricht muss in Bonn garantiert bleiben
Bei den Hallenbädern liegt Bonn im NRW-Vergleich am Ende der Skala

Angesichts der zurzeit laufenden Haushaltsberatungen bei den politischen Parteien sieht sich der Stadtsportbund noch einmal genötigt, eindringlich darauf hinzuweisen, dass die Stadt Bonn sowohl bei der Anzahl ihrer öffentlichen Hallenbäder als auch bei der zur Verfügung stehenden Wasserfläche im NRW-Vergleich am unteren Ende der Skala zu finden ist. „Die von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch leichtfertig in den Raum gestellte Behauptung, in Bonn könne man im XXL-Format schwimmen, darf nicht in den Köpfen der Entscheidungsträger haften bleiben“, sagt Stadtsportbund-Vorsitzender Michael Scharf.

Zieht man nämlich Städte in Nordrhein-Westfalen mit vergleichbaren Einwohnerzahlen als Maßstab heran, kommt man zu dem Ergebnis, dass in Bonn jeweils knapp 82.000 Einwohner auf die vier zur Verfügung stehenden öffentlichen Hallenbäder kommen – keine andere vergleichbare Stadt weist ein so schlechtes Ergebnis auf. Selbst die noch höher als Bonn verschuldeten Städte Bochum (75.000 Bürger pro Bad), Wuppertal (58.000), Gelsenkirchen (51.500) und Bochum (75.000) leisten sich deutlich mehr Hallenbäder und entsprechende Wasserfläche für ihre Einwohner. Am besten schneidet Münster ab; dort kommen knapp 43.000 Einwohner auf jedes der sieben Hallenbäder. Duisburg ist dagegen einen ganz anderen Weg gegangen: Von den ehemals zehn öffentlichen Hallenbädern wurden fünf an Schwimmvereine übergeben, auch drei Freibäder werden von Vereinen betrieben.

„Fast jedes zweite Kind in Deutschland kann nach dem Abschluss der vierten Grundschulklasse nicht schwimmen. Das sind alarmierende Zahlen, die die DLRG erst im letzten Jahr ermittelt hat. Dabei sehen die Richtlinien für das Schwimmen im Sportunterricht vor, dass eigentlich alle Kinder zu diesem Zeitpunkt die Grundregeln des Schwimmens beherrschen sollen“, sagt Michael Scharf.

Für den SSB sind in diesem Zusammenhang besonders wichtig die andauernden Diskussionen über die mögliche Schließung des Kurfürstenbades in Bad Godesberg. „Wenn Verwaltung und Politik das Kurfürstenbad aufgeben wollen, dann müssen sie aus Sicht des Stadtsportbundes garantieren, dass die Bad Godesberger Schüler den ihnen zustehenden Schwimmunterricht erhalten können. Mir fällt es schwer zu glauben, dass es ausreicht, entsprechende Schwimmzeiten im innerstädtischen Frankenbad oder in Beuel anzubieten. Da ist die Anfahrzeit für die Schüler länger als die Zeit im Wasser“, sagt Scharf.

Im Übrigen verhehlt der SSB nicht, dass Bonn in Bezug auf die Anzahl seiner öffentlichen Freibäder im NRW-Vergleich gut ausgestattet ist. Hier liegt Bonn mit 54.600 Einwohnern pro Bad zwar hinter Bielefeld (46.200), aber doch deutlich vor Bochum (62.300), Gelsenkirchen (64.500) und Münster (75.000). „Auf diesen Vergleich kommt es aber nicht so an. Im Freibad lernen nur die schwimmen, die es auch wollen. Beim Schwimmunterricht im Hallenbad werden auch die erreicht, die es sonst nie lernen würden. Und auch die müssen wir erreichen“, so Scharf.

Städtevergleich öffentliche Hallenbäder (Einwohnerzahl Stand 2012)

Städte Einwohner Anzahl Bäder qm-Wasserfläche Bürger/Bad Bürger/qm
Bielefeld 323.395 4 2948 80.849 110
Bochum 373.976 5 3483 74.795 107
Bonn 327.913 4 1896 81.978 173
Gelsenkirchen 257.981 5 1500 51.596 172
Wuppertal 349.721 6 3519 58.287 99
Münster 299.708 7 2975 42.815 101

Öffentliche Freibäder

Städte Einwohner Anzahl Bäder qm-Wasserfläche Bürger/Bad Bürger/qm
Bielefeld 323.395 7 11.911 46.199 27
Bochum 373.976 6 13.517 62.329 28
Bonn 327.913 6 12.800 54.652 26
Gelsenkirchen 257.981 4 3.200 64.495 81
Wuppertal 349.721 4 1.712 87.430 204
Münster 299.708 4 4.236 74.927 71
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